Ökologische Geldanlage: Grüne Fonds für Rendite und Gewissen!

4:0! Der Auftaktsieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft dürfte auch bei vielen Anlegern in Deutschland Glücksgefühle auslösen. Denn je mehr Tore Jogis Jungs schießen und je weiter sie in Brasilien kommen, umso besser verzinst sich manche Geldanlage. «Fanbonus», «Zins-Kick», «Weltmeistersparen», «Dreamteam aus Festgeld und Fonds» – seit Wochen rührt die Finanzbranche die Marketingtrommel für Sparangebote zur WM. Fans können per Zertifikat wetten, wer das Finale am 13. Juli gewinnen wird, selbst Verbraucherkredite kommen mit WM-Label daher.

«Die wenigsten dieser Produkte machen von der Renditeseite her Sinn», urteilt Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Finanzbranche versuche, «auf der Aufmerksamkeitswelle mitzuschwimmen», meint Kurz: «Der Bezug zur WM ist oft sehr verquast, oft ist das nicht mehr als ein Marketing-Gag.»

Nachhaltiger ist ein Investment in die Umwelt. Immer öfter interessieren sich private Investoren zudem dafür, wie ihr Kapital eingesetzt wird. Gewinn um jeden Preis war gestern. Heutzutage geht es immer öfter um Themen wie Umwelt, deutsche Arbeitsplätze und das Gemeinwohl im allgemeinen.

Das erkennt man am steigenden Interesse für eine Grüne Geldanlage. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es mittlerweile fast 400 Ökofonds und Ökoaktien. Ob Windfonds, Biogas, Genussrechte oder Solarfonds. Ein Großteil der Öko-Kapitalanlagen wird den Anlegern von Unternehmen angeboten, die über weitreichendes Wissen und nachhaltige Erfahrung im Fondsmanagement verfügen. ökologische Kapitalanlagen halten zwar in Punkto Sicherheit – auf den ersten Blick – keinem Vergleich mit dem Bankensektor stand. Was aber wäre, wenn eine erneute Finanzkrise mehrere Banken gleichzeitig ruinieren würde?

Die Webseite Ökologischekapitalanlagen.de gibt dem geneigten Anleger Beratung sowie einen Geldanlage Vergleich über das Thema Ökologische Geldanlage. Dabei handelt es sich um einen Überblick über den Geldanlagebereich der Ökofonds. Durch einen Anlagetest kann man recherchieren, zu welchem Anlagatyp in Sachen Öko man gehört. Die Frage: „Welche Grüne Geldanlage passt am besten zu mir?“, ist damit schnell beantwortet.

Fakt ist: In heutigen Zeiten der Krise selbst von Banken, Aktien und Fonds gibt es keine 100 Prozent sichere Kapitalanlage mehr. Das wissen wir seit der letzten Bankenkrise. Auch die Einlagensicherungsfonds bieten keine zweifelsfreie Sicherheit, da nicht groß genug sind mehrere Bankenpleiten gleichzeitig aufzufangen. Auch im Ökobereich gab es nun die ersten Probleme. Umso wichtiger ist es, sein Geld in mehrere Anlagebereiche zu streuen. Bricht ein Teil des Investments ein, bringen Sie die übrigen Gewinne – die bei einer ökologischen Geldanlage selten unter 8 Prozent liegen – schnell wieder aus der Verlustzone heraus. Ein Portefeuille bestehend aus Wasser, Wind, Solar, Geothermie und Biogas dürfte auch dem heftigsten Sturm überwinden. Denn am Ende produzieren alle Anlagen Strom. Energie ist ein existenzielles Gut, was auch in schlechten Zeiten benötigt wird und jedes Jahr teurer wird – und so Zinsen und hohe Rendite abwirft.

Wurden im Jahr 2002 weltweit lediglich 22 Milliarden US-Dollar in ethisch korrekte bzw. erneuerbare Energien (Solarenergie, Windkraft, Wasserkraftwerk) investiert, so stieg die Zahl im Jahr 2005 auf 60 Milliarden, bzw. im Jahr 2008 auf 155 Millliarden US-Dollar an. Das Volumen dieser nachhaltigen Investionen in Richtung Energiewende steigt weiter an, da immer mehr Anleger positive Erfahrungen mit Grünen Geldanlagen machen und Ihr Vermögen entsprechend immer weiter in dieses Segment verlegen.

Und sogar im WM-Umfeld geht es ja in Sachen Umwelt voran.  Porto Alegre hebt sich mit einem innovativen Projekt während der Fußball-Weltmeisterschaft von den anderen brasilianischen Gastgeberstädten ab. Aus Teilen des Mülls, der sich dieser Tage an zwei Plätzen der Stadt ansammelt, wird Bio-Kraftstoff gewonnen. Mit diesem Biogas sollen die Fahrzeuge des städtischen Müllabfuhr-Unternehmens betrieben werden.

«Dieses Projekt genügt höchsten Ansprüchen ökologischer Nachhaltigkeit. Es ist toll, dass das Müllauto mit erneuerbaren Energien aus dem Abfall fährt, den es zuvor abtransportiert hat», sagte Roberto Tejadas, Direktor von Sulgas, dem größten Kraftstoff-Unternehmen in der Region Rio Grande do Sul. Der Abfall für den umweltfreundlicheren Kraftstoff wird auf dem WM-Fanfest und dem Farroupilha Camp, einem großen Volksfest in Porto Alegre, gesammelt.