Drei Jahrzehnte nach der Zerschlagung der größten spanischen Privatholding Rumasa hat die Familie Ruiz Mateos ihr neues Firmenimperium Nueva Rumasa verkauft.

Der Käufer ist ein Fonds namens Back in Business, der sich auf die Sanierung zahlungsunfähiger Unternehmen spezialisiert hat. Er hatte zuvor bereits den angeschlagenen Tourismuskonzern Viajes Marsans übernommen.

Der Kaufpreis werde auf 1,5 Milliarden Euro beziffert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Efe. Die Familie Ruíz Mateos ziehe aus dem Verkauf keinen finanziellen Gewinn.

Die Summe entspreche den Verbindlichkeiten der Firmengruppe. Ruíz Mateos hatte im Februar die Einleitung eines Gläubigerverfahrens für die zehn wichtigsten Firmen seiner Gruppe Nueva Rumasa beantragt.

Betroffen waren unter anderem der Milchproduzent Clesa, das Lebensmittelunternehmen Dhul und der Fußballverein Rayo Vallecano, der im Sommer in die erste spanische Liga aufgestiegen ist.

Sie hatten teilweise ihre Kredite nicht mehr bedienen und die Sozialabgaben nicht zahlen können. Zu der Gruppe gehören insgesamt mehr als 100 Firmen mit 10 000 Beschäftigten.

Ruiz Mateos hatte 1983 im Mittelpunkt des größten Wirtschaftsskandals in der jüngeren spanischen Geschichte gestanden. Der Staat enteignete damals das von dem Unternehmer aufgebaute Imperium Rumasa, zu dem 754 Einzelfirmen und 20 Banken gehörten.

Die Regierung begründete den spektakulären Schritt damit, dass die Holding vor dem Bankrott gestanden habe und 60.000 Arbeitsplätze gefährdet gewesen seien.