Niemand glaubt Maddies Eltern – Polizei stellt bohrende Fragen

Ist Maddie tatsächlich in Spanien? Kate und Gerry McCann erzählten ihrem spanischen Interviewer am Dienstag, dass sie diesbezüglich konkrete Hinweise bekommen haben. Deshalb hätten sie sich auch erneut an die Öffentlichkeit gewandt, obwohl das portugiesische Gesetz dies eigentlich untersage. Nachdem die Kameras abgeschaltet waren, wurden Maddies Eltern noch deutlicher: Ihre privat engagierten Ermittler hätten sehr konkrete Hinweise geliefert. Aber auch das Engagieren privater Ermittler ist von den portugiesischen Behörden offiziell verboten.

Kate und Gerry gelten immer noch offiziell als Tatverdächtige – tatsächlich sprechen einige Indizien gegen sie, die Statistik ohnehin. Demnach werden 85 Prozent aller vermeintlich entführten Kinder letztlich von ihren Eltern oder Verwandten getötet, beiseite geschafft und anschließend als vermisst gemeldet.

Polizei will zehn entscheidende Fragen klären, die den McCanns sehr unangenehm sind

Weil das so ist, ermittelt der neue Polizeichef im Fall Maddie auch gegen die Eltern und ihre Freunde, im englischen Volksmund allerorten „Tapas Nine“ benannt – die neun Erwachsenen hatten jeden Abend ihres Portugal-Urlaubs in einer nahen Tapas-Bar gefeiert, während ihre Kinder allein in ihren Zimmern schliefen. Eine Abordnung der portugiesischen Polizei soll bald in England eintreffen, um die McCanns erneut zu verhören.

Exakt zehn entscheidende Fragen sind demnach offen, die portugiesische Polizei hätte sie gerne geklärt.

Frage Nummer eins: Am Abend des 3. Mai, als das Verschwinden Maddies bemerkt wurde, schrie Mutter Kate spontan: „Sie haben sie entführt.“ Warum benutzte sie das Wort „sie“? Hatte sie einen konkreten Verdacht?

Frage Nummer zwei: Wie kommen die DNA-Spuren Maddies in den Leihwagen der McCanns, einen Renault Scenic, und das mehr als vier Wochen nach Maddies Verschwinden?

Frage Nummer drei: Wieso schlugen die Spürhunde sofort an, als sie den Leihwagen und Maddies Stoffkatze rochen?

Wie kommt es zu den vielen Widersprüchen

Frage Nummer vier: Wer genau war in der Tapas-Bar am Abend des 3. Mai? Und wer machte die angeblichen Kontrollgänge, von denen die McCanns sprachen, um die Kinder zu überwachen?

Frage Nummer fünf: Wie kommt es zu den vielen Widersprüchen, in die sich die McCanns verstrickt haben bezüglich ihrer Aktivitäten am fraglichen Abend?

Frage Nummer sechs: Warum markierte sich Kate eine Bibelstelle, in der es um den Tod eines Kindes geht?

Frage Nummer sieben: Was taten die McCanns in der Zeit, die verstrich, bevor sie die Polizei alarmierten?

Frage Nummer acht: Auf einem der Kontrollgänge der Eltern begnügte sich Matthew Oldfield, einer der Eltern, damit, an der Tür der McCann-Kinder zu lauschen, bei allen anderen schaute er in die Zimmer. Warum?

Frage Nummer neun: Warum verlies Russell O´Brien, ein anderer Freund, die Tapas-Bar für eine halbe Stunde und kehrte genau dann zurück, als Kate schrie, man habe ihre Kinder entführt?

Frage Nummer zehn: Warum fühlten sich die McCanns von den örtlichen Behörden von Anfang an verfolgt?