Neun Kleinkinder ertrinken vor Spanien, Leichen über Bord geworfen

So auch am Donnerstag, als mindestens 14 Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen sind, darunter neun Kleinkinder. 

Die aus Afrika südlich der Sahara stammenden Menschen seien an Bord eines Richtung Südspanien steuernden Bootes gestorben, berichtete der spanische Hörfunk am Donnerstag unter Berufung auf Überlebende. Die verstorbenen Kinder seien ein bis vier Jahre alt gewesen.

Fünftägiger Horrortripp auf dem Meer

Ein Patrouillenboot der spanischen Polizei habe das Flüchtlingsboot in der Nacht vor der Provinz Almeria aufgegriffen. An Bord seien 35 Überlebende gewesen, darunter drei Schwangere. Die Flüchtlinge gaben an, fünf Tage lang unterwegs gewesen zu sein. 

Dem Radiosender zufolge sagten die Überlebenden, dass 14 Menschen an Bord des Bootes gestorben seien. Die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete von 15 toten Flüchtlingen. Demnach wurde die Leiche einer Frau an Bord gefunden. Die Polizei sei dabei, die Überlebenden nach dem Verbleib der 14 weiteren Toten zu befragen. Sie gehe davon aus, dass die Leichen über Bord geworfen worden seien. Die Überlebenden seien in einem schlechten Zustand. 

Sie fliehen aus der Armut und begeben sich in Lebensgefahr

Immer wieder versuchen Menschen aus verarmten und von Kriegen geschüttelten Regionen auf abenteurliche Weise, nach Europa zu gelangen. Viele Menschen überleben die gefährlichen Flucht auf dem Seeweg nicht. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben der Organisation für Menschenrechte in Andalusien 921 Flüchtlinge, die nach Spanien wollten. 

Zahl der Bootsflüchtlinge um 60 Prozent zurückgegangen

Spanien zählt zu den Hauptzielen illegaler Einwanderer. Nachdem im Rekordjahr 2006 mehr als 31.000 Flüchtlinge auf den Kanarischen Inseln ankamen, ging die Zahl im vergangenen Jahr um 60 Prozent zurück. Grund dafür sind stärkere Kontrollen der spanischen Küstenwache und neue Rückführungsabkommen mit afrikanischen Staaten.