Neuerlicher Korruptionsskandal erschüttert Spanien

Rajoy mahnte noch am Vortag zur Besonnenheit

Angesichts der öffentlichen Empörung über eine Reihe von Korruptionsskandalen hat der spanische Ministerpräsident Rajoy noch diesen Sonntag gefordert, man solle doch ’’über Spanien gut reden’’. Grund dieser Äußerung war der Fall der sogenannten schwarzen Kreditkarten. Mit diesen Kreditkarten hatten führende Mitglieder der Sparkasse Caja Madrid zusätzlich zu den üblichen Spesen Essen, Reisen, Blumen, Anzüge und sonstige private Anschaffungen bezahlt.

Am Montag nach dieser Äußerung Rajoys wurde die Operation durchgeführt, die zur Verhaftung der 51 Personen führte.

«Operación Púnica»

Im Rahmen der Operación Púnica haben am Montag die Staatsanwaltschaft und die Guardia Civil unter anderem Rathäuser, Firmensitze und Wohnungen in den Gemeinschaften Madrid, Murcia, Valencia sowie der Provinz León durchsucht. Den Tatverdächtigen wird aktive und passive Bestechung bei der Vergabe von Aufträgen durch öffentliche Gemeinschaften vorgeworfen. Allein in den vergangenen zwei Jahren sollen nach Ermittlungen der Behörden mindestens 250 Millionen Euro gezahlt worden sein. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Partido Popular (PP) Politiker Francisco Granados, der zwischen 2004 und 2011 die Nummer zweitwichtigste Mann der PP gewesen ist und schon im Februar von seinem Senatsamt zurückgetreten war, wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.