Neuer Protest gegen ETA – Zapatero-Gegner fordern Rücktritt

Erstmals seit März 2004, als der sozialistische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero sein Amt antrat, beteiligten sich alle großen Parteien sowie die Unternehmerverbände und Gewerkschaften an einer gemeinsamen Großkundgebung gegen die baskische Untergrundorganisation. Die Demonstration, an der sich Anhänger und Gegner von Zapatero beteiligten, stand unter dem Motto „Für die Freiheit – für die Niederlage von ETA!“.

Zapatero-Gegner forderten während der Kundgebung lautstark den Rücktritt der Regierung. Sie warfen Zapatero vor, zu lange an Friedensverhandlungen mit der baskischen Untergrundbewegung festgehalten zu haben. Bereits am Vortag hatten Demonstranten den spanischen Regierungschef derb beschimpft. Zahlreiche ältere Teilnehmer nannten vorbeiziehende sozialistische Politiker lautstark „Hurensöhne“, „Schwuchteln“ und „Mörder“. Unterstützer der Sozialisten versuchten die Sprechchöre der Zapatero-Gegner mit Parolen wie „Zapatero, Du bist nicht allein“ und „Alle vereint gegen den Terrorismus“ zu übertönen.

Mutmaßliche ETA-Aktivisten hatten am Samstag im Südwesten Frankreichs einen Beamten der paramilitärischen Guardia Civil getötet, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt und liegt im Koma. Ihm stattete Zapatero, der nicht an der Demonstration in Madrid teilnahm, am Dienstag einen Besuch im Krankenhaus der französischen Stadt Bayonne ab. Unter den Teilnehmern der Kundgebung waren mehrere Spitzenpolitiker der Sozialistischen Partei sowie der Vorsitzende der konservativen Volkspartei, Mariano Rajoy. Bereits am Sonntag und am Montag hatten sich in Spanien tausende Menschen an landesweiten Protesten gegen die ETA beteiligt.