Nächster Schock für die USA: Mindestens 60 Tote bei Explosion in Düngerfabrik in Texas

Die Explosion einer Düngemittelfabrik in Texas hat möglicherweise Dutzende Menschen getötet. Die Behörden hielten sich zwar stundenlang zurück und bestätigten nur «Tote». Der Fernsehsender CBS berichtete aber Donnerstag früh (Ortszeit) unter Berufung auf den Chef des lokalen Rettungsdienstes von mindestens 60 Toten. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden. Vertreter der Stadt sprachen anfangs nur von «einer unbestimmten Zahl von Toten». Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar.

   Die Explosion geschah am Abend in der Stadt West in der Nähe von Waco in Osttexas. CBS zufolge schossen gewaltige Stichflammen in den Himmel. Die Fabrik sei total zerstört. Auf Fernsehbildern war eine riesige Rauchwolke über der Ortschaft gut 30 Kilometer nördlich von Waco zu sehen, Gebäude standen in Flammen. Unter den Toten sollen auch Feuerwehrleute sein, die helfen wollten. Die Explosion soll noch im 75 Kilometer entfernten Waxahachie zu hören gewesen sein.

   Nach Angaben des Bürgermeisters von West wurden bei dem Unglück am Mittwochabend (Ortszeit) bis zu 80 Häuser zerstört. In einem Umkreis von fünf Blocks um die Fabrik habe es schwere Schäden gegeben, sagte Tommy Muska dem Nachrichtensender CNN. Betroffen seien auch eine Schule und ein Altenheim. Muska konnte zur Zahl der Todesopfer noch keine Angaben machen.

   Auf einem nahe der Fabrik gelegenen Sportplatz wurde ein Notfallzentrum eingerichtet. Krankenwagen und Hubschrauber brachten die Verletzten in umliegende Kliniken. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in Waco sagte CNN, man sei aufgefordert worden, sich auf die Versorgung von 100 Verletzten vorzubereiten.

   Vor der Explosion war den Berichten zufolge ein Feuer in der Fabrik ausgebrochen. Als ein Düngemitteltank explodierte, seien schon Feuerwehrleute am Unglücksort gewesen. Da sich auf dem Gelände noch ein zweiter Tank befinde, seien die Bewohner von West aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN. Auch die Hubschrauberpiloten seien angewiesen worden, wegen einer befürchteten zweiten Explosion eine Mindestflughöhe einzuhalten.