Mofongo von Cecilia Samartin: Kulinarisches Meisterwerk im Stil Isabel Allendes

„Ich will dir sagen, was der Himmel für mich ist. Es ist dieser Tisch hier, und alle Menschen, die ich liebe und je geliebt habe, sind an ihm versammelt. Wir genießen ein Festmahl, das wir zusammen gekocht haben, und wir lachen und erzählen uns Geschichten. Manchmal weinen wir auch, aber es geht uns allen gut. Das ist mein Himmel.“

Manchmal ist es eben gar nicht so schwer, glücklich so sein. Manchmal dann aber wieder doch. Denn dass am Ende „Sebastian mit wirbelnden Armen und Beinen fröhlich und schnell wie der Wind über einen Fußballplatz laufen“ und „in die ausgebreiteten Arme seines Großvaters“ fliegen kann, kommt durchaus einem Wunder aus der Werkstatt des südamerikanischen, magischen Realismus gleich.

Dass „Mofongo“ mit einem Happy End gekrönt wird, hängt vor allem mit „Abuela Lola“ zusammen – und ihren Kochkünsten. Denn Mofongo ist eine Spezialität aus der Karibik auf der Grundlage von Kochbananen (plátanos). Für die Zubereitung benötigt man Knoblauch, Olivenöl, Speck, Geflügel oder Schweinefleisch. Und nicht auf für Sebastian wirkt Mofongo wie Arznei.

Cecilia Samartins neuer Familienroman im Stil Isabell Allendes, in den USA und Europa mit über einer Million verkauften Exemplaren gefeiert, kommt zum Glück für ihre Lesermit zahlreichen Rezepten aus Abuela Lolas Küche daher – für Arroz sasonado, Empanada, Bozcocho de Ron, Cabrito, Camarones enchilados – und zum Dessert Kokos-Flan. Dabei kam die Abuela selbst schon auf den ersten Seiten des Romans fast bei einem Feuer ums Leben.

Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wieder zuhause, scheint sie ein anderer Mensch zu sein. Sie färbt sich die Haare götterspeiserot und legt es noch stärker als zuvor darauf an, ihren Kindern zu beweisen, dass sie von einem Pflegeheim nichts wissen will. Nur ihr zehnjähriger Enkel Sebastian versteht sie, und der kann eine Verbündete gerade gut gebrauchen. Nachdem er herausgefunden hat, dass sein Vater von Sebastians Lehrerin genauso begeistert ist wie er selbst, hängt der Haussegen ziemlich schief. Aber natürlich nur bis zum Happy End.

Cecilia Samartin wurde 1961 in den Wirren der kubanischen Revolution geboren. Im Alter von neun Monaten übersiedelte ihre Familie nach Los Angeles. Sie lebt mit ihrer Familie in San Gabriel (Kalifornien).

Cecilia Samartin, Mofongo, Verlag Urachhaus, gebunden, 416 Seiten, ISBN-978-3-8251-7848-2, Euro 22,90