Mesut Özil: Brasilien ist nicht das Ende! “Noch mal im Maracanã-Stadion spielen”

«Wir werden einen guten Plan entwickeln und den Brasilianern einen großen Kampf liefern. Die Chancen sind ausgeglichen. Kleinigkeiten werden darüber entscheiden, wer ins Finale einziehen wird», sagte Löw einen Tag vor dem Spiel in Belo Horizonte. Es sei eine große Freude, mit diesem Kader zu arbeiten, erklärte Löw, für den feststeht: «Wir wollen unbedingt noch mal in Rio im Maracanã-Stadion spielen. Am 13. Juli. Wir sind noch nicht fertig.» Seine Elf müsste die Brasilianer am Dienstag (22.00 Uhr/MEZ) besiegen und würde dann am Sonntag (21.00 Uhr) im Endspiel auf den Gewinner des zweiten Semifinales Niederlande – Argentinien treffen.

Löw präsentierte sich am Tag vor dem Duell mit dem von 200 Millionen Landsleuten unterstützten WM-Gastgeber voller Selbstvertrauen. «Wir haben schon Mittel und Wege und Qualitäten, die Brasilianer nach Hause zu schicken», sagte er am Montag. Für seine Spieler kämen nun die absoluten Highlightspiele der Karriere: «Ein Halbfinale oder Finale ist von gar nichts anderem zu toppen, das ist das Allergrößte. Da wird Geschichte geschrieben», betonte Löw.

Von 21 Duellen mit Deutschland hat Brasilien nur vier verloren. Daher sieht Luiz Gustavo dem Spiel gelassen entgegen. «Ich glaube, wenn du im WM-Halbfinale bist, ist das allein schon etwas Besonderes. Nicht wegen Deutschland oder wegen eines anderen Landes», sagte der brasilianische Profi des VfL Wolfsburg. Seine Gelbsperre hat er rechtzeitig abgesessen. «Das wird sehr schwierig. Aber wir werden alles geben, damit unser Traum weitergeht», versprach er trotz der Ausfälle der Asse Neymar (verletzt) und Thiago Silva (Sperre).

Für den deutschen Schiedsrichter Felix Brych ist die WM beendet. Die FIFA teilte am Montag mit, dass der Münchner in Brasilien nicht mehr zum Einsatz kommt. Der Grund für das WM-Aus sind nicht die Leistungen des 38-Jährigen bei seinen zwei Vorrunden-Einsätzen, sondern der Halbfinal-Einzug der deutschen Nationalmannschaft. Wie für Brych ist das Turnier auch für den Niederländer Björn Kuipers und Nestor Pitana aus Argentinien beendet, deren Heimatländer auch im Halbfinale stehen. Der Brasilianer Sandro Ricci darf hingegen noch bleiben.

Beim Halbfinalisten Argentinien muss Trainer Alejandro Sabella gegen die Niederlande wie befürchtet Ángel di María ersetzen. Der offensive Mittelfeldakteur hatte gegen Belgien eine Muskelverletzung erlitten und wird nun nicht rechtzeitig fit. Dagegen ist Offensivkollege Sergio Agüero nach seiner Oberschenkelblessur wieder einsatzbereit.

Derweil hat Vahid Halilhodzic trotz des erstmaligen Einzugs in ein WM-Achtelfinale seinen Abschied als Algeriens Coach bekanntgegeben. «Ich gehe mit Stolz auf meine Bilanz», sagte der 61-Jährige in einer Mitteilung des algerischen Verbandes (FAF). Der Vertrag des einstigen Trainers von Paris St. Germain lief nach der WM in Brasilien aus. Halilhodzic, dessen Team in der Top-16-Runde erst in der Verlängerung gegen Deutschland ausgeschieden war, wird mit dem türkischen Erstligisten Trabzonspor in Verbindung gebracht.