Messi erschießt Boateng, Neuer und Guardiola! “Torwart-Revolution? Genie schlägt Taktik”

Allerdings ist es wohl ein Unterschied, ob man gegen Freiburg, Hamburg und Stuttgart spielt. Oder gegen gute Teams. Nach dem am Ende blamablen 0-3 gegen den FC Barcelona machen sich Karikaturen in der Presse und im Internet breit. Zu sehen sind unter anderem von Stürmen gefällte Bäume mit dem Etikett: “Ist das etwa Jerome Boateng?”

Und die spanische Presse findet auf die Frage, ob die vielen Erfolge des FC Barcelona in den vergangenen Jahren eher Pep Guardiola oder Lionel Messi geschuldet waren, die einleuchtende Antwort: “Die Ära Guardiola war die Ära Messi. Es ging nicht um Guardiola, und es geht auch aktuell nicht um Luis Enrique. Es ging und geht immer nur um Messi. Er ist der Größte.”

Am Ende der Partie hatte Taktik-Gott Guardiola zwar den Ballbesitz im Camp Nou gewonnen. Sein Team, der große FC Bayern München, aber schoss nicht ein einziges Mal aufs Tor (mit Ausnahme eines abgefälschten Balles von Thiago). Das tat dafür Fußball-Gott Leo Messi. Und wie.

Genie schlägt Revolution

Fakt ist, dass der FC Bayern das Spiel am Mittwoch im Camp Nou lange Zeit im Griff hatte, ohne dabei selbst Torgefahr auszustrahlen. Das logische Ergebnis nach 70 Spielminuten hieß deshalb 0-0. Bis Messi kam und sein Genie aufblitzen ließ.

Dabei wurde auch Weltfußballer-Kandidat Manuel Neuer, der die Münchner in der ersten Halbzeit mit zwei Glanzparaden gegen Luis Suarez und Dani Alves am Leben hielt, zum tragischen Helden. Weil er offenbar ständig damit beschäftigt ist, das Torwartspiel zu revolutionieren, anstatt einfach nur Bälle zu halten, führte er einen Abstoß aus seinem Strafraum schnell aus, um Barca zu überraschen. Das ging gründlich in die Hose. Denn überrascht waren vor allem seine Mitspieler, darunter die Weltmeister Müller, Lahm, Boateng, Schweinsteiger und später auch Götze, die er in seinen Plan nicht eingeweiht hatte und deshalb prompt den Ball verloren. Alves passte zu Messi – und der Floh schoss nicht, wie seit fast einer kompletten Saison, den Ball in die lange Ecke. Sondern diesmal zur Überraschung aller in die kurze. Unhaltbar. Selbst für Revolutions-Keeper Neuer. Der Bann war gebrochen.

Der Fall des Imperiums

Denn nur zwei Minuten später eroberte Barca wieder den Ball, wieder wurde er zu Messi gespielt. Der Argentinier dribbelte an Boateng vorbei, der in Zeitlupe nach hinten fiel, als wäre er auf einem Filmset von einer Kugel getroffen worden. Anschließend schlenzte Messi den Ball mit seinem “schwachen” rechten Fuß über den besten Keeper der Welt ins Tor. 2-0. Die spanische Presse schwärmt: “Der Fall Boatengs war der Fall des Imperiums. Bayern war geschlagen.”

Dass Neuer auch in Eins-zu-Eins-Situationen zu schlagen ist, bewies danach Neymar, der von Messi auf diese Reise geschickt worden war. Neuer konnte nur zuschauen, wie der Brasilianer den Ball an ihm vorbei zum 3-0 in die Maschen schob. Die Revolution war wie im Vorjahr, als Bayern im Halbfinale mit 0-4 abgefertigt worden war, beendet. Der Fußball hatte gesiegt. Besser gesagt: Messi.

Barca steht damit mit anderthalb Beinen im Traumfinale von Berlin. Jetzt muss nur noch Real Madrid sein Rückspiel gegen Juventus Turin gewinnen – und erstmalig spielen die beiden wohl besten Clubs der Welt im Finale der Champions League gegeneinander. Und die zwei besten Spieler des Planeten. Es wird auch langsam Zeit. Cristiano Ronaldo ist schon 30 Jahre alt. Und Messi ist mit 27 war noch jung. Aber auch Genies werden irgendwann einmal müde. Obwohl man bei Messi wohl nie wissen kann …