Mari Luz’ Vater fordert Register für verurteilte Kinderschänder

Spaniens Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero wird sich heute mit dem Vater der kleinen Mari Luz treffen, die Anfang des Jahres in Huelva ermordet worden ist.

Das Treffen mit Juan José Cortés wird am Nachmittag in Madrid im Palacio de la Moncloa stattfinden.

Mit im Gepäck hat Cortés über 500.000 Unterschriften, die seine Familie in den letzten Monaten gesammelt hat, um vor dem Kongress die lebenslange Haftstrafe für pädophile Kindermörder zu fordern. 

Ein riesiger Justizskandal fliegt auf

Der Fall Mari Luz hatte einen gewaltigen Justizskandal aufgedeckt: Santiago del Valle, der Mörder des kleinen Mädchens, war bereits zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er seine eigene Tochter missbraucht hatte. Der Mann konnte sich jedoch frei bewegen. “Hätte Del Valle im Gefängnis gesessen, wäre Mari Luz heute noch am Leben”, klagt Cortés.

In einer beispiellosen Aktion reisten er und seine Familie durch ganz Spanien, um “Gerechtigkeit” zu fordern und genügend Unterschriften zu sammeln, damit die Gesetze in Spanien verschärft werden.

Zapatero selbst setzte sich mit Cortés in Verbindung, als er vom Justizskandal erfuhr, und versprach, sich höchstpersönlich für den Fall einzusetzen. Gegen den Richter Rafael Tirado, der die Ausführung der Haftstrafe von Del Valle letztendlich nicht angeordnet hatte, wird bereits ermittelt. 

Cortés fordert öffentliches Register über verurteilte Pädophile

Abgesehen von einer lebenslangen Haftstrafe fordert Cortés die Gründung eines Registers für verurteilte Kinderschänder, die für Eltern, Schulen und Institutionen wie Sporthallen oder Musikschulen frei einsehbar ist. Auch ein Protokoll zur Vorgehensweise bei vermissten Kindern soll erstellt werden.

Die fünfjährige Mari Luz verschwand am 13. Januar in ihrer andalusischen Heimatstadt Huelva. 54 Tage später tauchte die Leiche des kleinen Mädchens im Hafenbecken der Stadt auf.