Mann hat die Wahl

Grob gesagt ist das auch richtig, denn der richtige Anzug kleidet jeden Mann. Dabei kommt es besonders darauf an, dass dieser auch gut sitzt. Bevor man also einen neuen Anzug kauft, sollte man zunächst Maß nehmen oder den Anzug vorher direkt anprobieren. Dann stellt sich nur noch die Frage, welcher Anzug zu welcher Gelegenheit passt.

Die drei bekanntesten Formen auf den Punkt gebracht

Die drei wohl bekanntesten Anzugformen sind der klassische Herrenanzug, der Smoking und der Frack. Alle drei Anzüge sind ähnlich, haben aber dennoch ganz unterschiedliche Geschichten. Besonders bei den beiden feineren Varianten sollte man darauf achten keinen Fauxpas zu begehen und sich vorher genau über Do’s und Don’t’s zu informieren.

Der Allrounder:
Der klassische Herrenanzug ist der Allrounder unter den Anzügen. Er besteht aus Sakko und Hose und wird manchmal durch eine Weste ergänzt. Im Alltag werden Anzüge meist als Kombination getragen, sprich Sakko und Hose können aus unterschiedlichen Stoffen hergestellt sein. Zu besonderen Anlässen und als konservativer Geschäftsanzug sollten jedoch Sakko und Hose zusammenpassend getragen werden. Früher wurden für den Anzug hauptsächlich schwere Wollstoffe verwendet, heutzutage gibt es jedoch Anzüge aus den verschiedensten Materialien, z.B. auch aus Tweed oder Leinen. Beim klassischen Herrenanzug unterscheidet man zwischen dem europäischen, englischen und amerikanischen Stil. Am geläufigsten ist hierzulande der europäische Stil, den man z.B. bei Geschäftsleuten oft wiederfindet. Das Sakko hat einen geraden Schnitt, reicht insgesamt bis zur Hüfte, und die Knopfleiste setzt relativ weit unten an. Charakteristisch für den englischen Stil sind ein etwas kürzeres und tailliertes Sakko und die obligatorische Bügelfalte in der schmal geschnittenen Hose. Amerikanische Sakkos sind sehr weit geschnitten und haben ein schmales Revers, dazu trägt man eine bequeme Hose. Wie man sieht, gibt es nicht nur den einen „klassischen“ Herrenanzug, sondern viele verschiedene Formen. Nicht zuletzt die Auswahl in Kleidungsgeschäften sowie Webseiten wie www.anzuege.de zeugen von der großen Vielfalt in diesem Bereich.

Der Smarte:
James Bond hat ihn berühmt gemacht: den Smoking. Er wird auch als „kleiner Gesellschaftsanzug“ bezeichnet und wurde ursprünglich ausschließlich aus schwerem Samt hergestellt. Trotz des englischen Namens wird er in seinem Heimatland England als „dinner jacket“ bezeichnet. Zu ihm trägt man immer eine Fliege, die „black tie“ oder „cravate noire“. Seinen Namen hat der Smoking daher, dass er früher tatsächlich nur zum Rauchen angezogen wurde. War der offizielle Teil eines Dinners vorbei, zog Mann sich sein „smoking jacket“ über und begab sich ins Raucherzimmer. Der Wechsel des Sakkos erfolgte übrigens den Frauen zuliebe, damit diese nicht von dem Rauchgeruch belästigt werden. Im Laufe des 19. Jahrhunderts fand das „smoking jacket“ dann schließlich seinen Weg ins Esszimmer, und das heutige „dinner jacket“ bzw. der Smoking war geboren. Das Sakko ist ausschließlich schwarz oder dunkelblau und besitzt in seiner klassischen Form nur einen Knopf. Auch Hose und Hemd sind schlicht und elegant gehalten. Zum Einreiher kann eine kurze Weste oder ein Kummerbund getragen werden, ein zweireihiger Smoking bleibt hingegen immer geschlossen, was eine Weste oder einen Kummerbund überflüssig macht.

Der König:
Der als König der Herrenkleidung geltende Frack ist die eleganteste Form des Anzugs. Im Alltag kann er schnell deplatziert wirken, zu gehobenen festlichen Anlässen ist er dennoch manchmal Pflicht. In Europa ist er besonders in Skandinavien sehr verbreitet. Er hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Smoking und wird auch „großer Gesellschaftsanzug“ genannt. Historisch gesehen hat der Frack eine steile Karriere hinter sich. Als Kleidungsstück der englischen Arbeiterschicht wurde er im frühen 18. Jahrhundert erstmals von jungen Adligen zu informellen Anlässen getragen. Mitte des 18. Jahrhunderts kam der Frack nach Frankreich und wurde dort von immer mehr Menschen getragen, bis er ab 1850 schließlich auch zu besonderen Anlässen getragen wurde und im 20. Jahrhundert sogar den Smoking teilweise verdrängte. Der Frack hat viele Ähnlichkeiten mit dem Smoking, die Hose ist schlicht und hat zwei seitliche Seidenstreifen und keine Gürtelschlaufen, da sie mit Hosenträgern gehalten wird. Charakteristisch ist das Sakko mit seinem „Schwalbenschwanz“ am Rückenteil. Das Sakko wird grundsätzlich offen getragen, was eine Weste oder ein Kummerbund unverzichtbar macht. Manchmal wird auch heute noch ein Zylinder zum Frack getragen.