Madeleine: Eltern und Freunde in Bedrängnis

Die portugiesische Polizei ließ gegenüber der Zeitung „24 Horas“ durchblicken, dass sie dieser neuen Spur ernsthaft nachgeht. Dies berichtet die spanische Zeitung El Mundo.

Demnach erklärten Zeugen, dass es während des Urlaubs der englischen Gruppe um die Familie McCann häufiger zu Treffen der Kinder in den Zimmern gekommen sei. Insgesamt hatten die neun Engländer, die mit Madeleine McCann im Ocean Club von Praia de Luz an der portugiesischen Algarve-Küste Ferien machten, acht Kinder. Sie könnten zur Tatzeit in dem Zimmer gewesen sein. Stimmt dies, wäre eine Entführung so gut wie ausgeschlossen, denn eines der Kinder hätte mit Sicherheit Alarm geschlagen. Ein Sprecher der Familie wies diese Möglichkeit zurück.

Wo war Russell O´Brian wirklich?

Die Polizei geht außerdem weiterhin den widersprüchlichen Aussagen der Freunde der Familie McCann nach. Russell O´Brian, der zusammen mit den McCanns in der Tapas-Bar feierte, während ihre Kinder (angeblich) in ihren Appartments blieben, hatte ausgesagt, er sei um 21.30 in seine Ferienwohung gegangen und habe festgestellt, dass sich seine Tochter dort übergeben habe. Deshalb sei er auch erst um 22 Uhr wieder zu der Feier zurückgekommen – er habe nämlich noch an der Rezeption ein neues Bettlaken geordert. Das Problem für O´Brian ist, dass sich niemand vom Personal der Hotelanlage daran erinnern kann. Was hat er also in dieser Zeit getan?

„Tapas Nine“ – Statistik spricht nicht für die Unschuld der McCanns

Seine Frau jedenfalls, Jane Tanner, die ebenfalls in der Tapas-Bar feierte, will um 21.15 einen Mann gesehen haben, der mit einem Kind im Arm die Anlage verlassen hat. Aber andere Zeugen für diese angebliche Entführung gibt es bis heute nicht.

Die englische Presse nennt die Familie McCann und ihre Freunde mittlerweile die „Tapas Nine“ – in Anspielung auf die Gaunerbande des Filmklassikers „Ocean´s Eleven“. Auch bei Umfragen unter der englischsprachigen Bevölkerung der Costa Blanca will niemand mehr an die völlige Unschuld der McCanns glauben.

Die Statistik gibt ihnen recht: 85 Prozent aller vermissten Kinder in Europa werden von ihren eigenen Eltern oder von Verwandtet getötet, nur fünf Prozent werden Opfer von Fremden.