Maddie: Verschleppt die britische Regierung die Ermittlungen?

 

Liste mit Fragen seit Dezember nicht beantwortet

Demnach hat Innenministerin Jacqui Smith seit mehr als drei Wochen nicht auf die Anfragen bezüglich neuer Verhöre von Kate und Gerry McCann geantwortet. Die Polizei spricht von „Verschleppungstaktik“.

Die Ermittler hatten bereits im Dezember eine Liste mit Fragen nach England erarbeitet, mit denen Maddies Eltern und ihre Freunde konfrontiert werden sollten. Laut Gesetz müssen die britischen Behörden dem Vorgehen zustimmen – sonst ist die Polizei machtlos.

Vorwurf: Engländer haben es „nicht besonders eilig“

Der Eingang des Briefes sei allerdings bestätigt, so die portugiesische Zeitung Correio da Manha – das britische Innenministerium wollte dies allerdings gegenüberr der Daily Mail nicht kommentieren. Eine Polizeiquelle: „Das Verhalten der Briten ist sehr merkwürdig. Ohne die neuen Verhöre können wir nicht weiter ermitteln.“

Scheinbar, so die portugiesische Polizei, habe man es auf Seiten der Engländer „nicht besonders eilig“. Chef-Ermittler Paulo Rebelo hat nach Angaben der Daily Mail vier Monate lang die nötigen legalen Voraussetzungen für eine neue Befragung der McCanns geschaffen.

Auch die Tagebücher sollen thematisiert werden

In den neuen Verhören soll es auch um die Tagebücher der McCanns gehen, in denen sie mehrfach Gefühle der Überforderung durch ihre Kinder angesprochen haben. Immer noch sind Widersprüche in den Aussagen der Freunde der McCanns ungeklärt. Die McCanns haben bislang immer behauptet, sie würden eine erneute Befragung begrüßen, um den Fall zu klären.

Einer der Freunde der McCanns, der ungenannt bleiben wollte sagte: „Es ist ein starkes Stück, dass sich die portugiesische Polizei über das britische Tempo beklagt – neun Monate nach dem Verschwinden Maddies.“

McCann-Sprecher Clarence Mitchell sagte: „Wir sagen seit Monaten, dass wir verhört werden wollen. Nun lasst es endlich geschehen.“