Maddie: Gerry McCann nimmt alle Schuld auf sich

In einem Interview mit der Zeitschrift Vanity Fair gab er auch zu, dass er nur mit einer „kleinen Chance“ rechne, dass Maddie noch am Leben sei.

„Ich wollte, ich wäre in unserem Apartment geblieben, als ich nach ihr geschaut habe“, sagte Gerry weiter, und: „Natürlich fühlen wir uns schuldig, dass wir weggegangen sind. Damit müssen wir unser Leben lang zurecht kommen. Wir fühlen das 24 Stunden am Tag. Wir sehen Maddie möglicherweise nie wieder, aber wir müssen weiter hoffen.“

„Wir können nicht jeden Tag weinen, das hilft doch niemandem“

Gerry berichtete, nach dem Verschwinden seiner Tochter drei Tage lang in eine tiefe Depression gefallen zu sein. Er habe sich aber aus dem Dunkel befreit, indem er sich mit aller Kraft der Suchkampagne widmete. „Wir können nicht jeden Tag weinen, das hilft niemandem.“ Seine Frau Kate habe länger als er an ihrer Trauer zu leiden, sei in diesem Punkt „zerbrechlicher“.

Das Interview wurde bereits im Oktober 2007 geführt, aber erst jetzt veröffentlicht. Gerry Frau Kate war nicht dabei. Laut Vanity Fair berichtete Gerrys Schwester Philomena, dass Gerry sie in der Nacht des 3. Mai angerufen habe und ins Telefon weinte: „Es ist meine Schuld, weil Kate und ich zum Essen ausgegangen sind.“

McCann-Sprecher Clarence Mitchell sage, dass Gerry McCann für das Interview kein Geld von der Zeitschrift erhalten habe. Stattdessen habe er Spenden für den Fonds erbeten, mit dem die private Suche nach Maddie bezahlt wird. Am Dienstag wurde öffentlich, dass die McCanns über Filmpläne nachdenken, die ihnen rund drei Millionen Euro einbringen könnten. Auch ein Buch und Fernsehshows sind im Gespräch, um die Suche nach Madeleine weiter finanzieren zu können.

Robert Murat: „Ich bin unschuldig. Ende der Durchsage!“

Bislang ist von den rund 1,7 Millionen Euro Spendengeldern rund die Hälfte in die Suche nach Maddie geflossen. Wird die Suche nach Maddie mit der bisherigen Intensität weiter geführt – inklusive Privatdetektei, Anwaltstab, Anzeigen und TV-Sports – rechnen Experten damit, dass der Fonds im Juni aufgebraucht sein wird.

Auch Robert Murat, neben den McCanns dritter Verdächtiger im Fall Maddie, kommt in Vanity Fair zu Wort. Er sagt: „Ich kann nur sagen, dass ich unschuldig bin. Ich war nicht in der Ferienanlage in dieser Nacht. Ganz einfach.“