Las Fallas: Valencia brennt einmal im Jahr

Kunst von ValenciaKunstfigur aus Las Fallas zum Frühlingsfest. Bildquelle: chusa8 / 74 images / pixabay.com

Einmal jährlich erkennt man die Küstenstadt Valencia im Osten Spaniens fast nicht wieder. Wenn man während dieser Zeit von oben auf die Stadt herunterblickt, sieht es aus, als stünde die Stadt in Flammen. Man vermutet, es wäre etwas Schlimmes passiert, doch das ist mit Nichten der Fall. Sogar ganz im Gegenteil.

Frühlingsfest “Las Fallas”

Jeden März feiern die Valenzianer ein Fest mit dem Namen „Las Fallas“. Dieses Frühlingsfest beginnt jedes Jahr am letzten Februarwochenende und endet in der Festwoche vom 15. bis 19. März. Es werden das ganze Jahr über Statuen gebaut, die manchmal sogar haushoch in den Himmel ragen und bis zu 10 Tonnen wiegen können, die sogenannten „Fallas“. Sie bestehen aus Pappmaché und anderen brennbaren Materialien, denn am Ende der Woche, am Sonntag, werden die zahlreichen in der Stadt verteilten Skulpturen verbrannt. Dabei kann man sich farbenfrohe und mächtige Motive vorstellen. Sie bestehen aus riesigen, dreidimensionalen Gesichtern, Fabelwesen und skurrilen Figuren. Der Sinn hinter diesen Figuren ist zum Teil Kritik, Glorifizierung oder Karikatur.

Dies stellt ein besonderes Erlebnis sowohl für die Einheimischen als auch für Touristen dar. Man könnte den ganzen Tag damit verbringen, mit einer Sangria oder einem „Agua de Valencia“ (einem typischen valenzianischen Cocktail) durch Valencia‘s schöne Altstadt zu schlendern und die kostenlosen Statuen zu bewundern. Hinzu kommt, dass die ganze Stadt mit Lichterketten und Kunst geschmückt ist. In jeder Seitenstraße findet man Essensstände oder DJ-Pulte, die in der Nacht für Stimmung sorgen. Als wäre das nicht schon genug, gibt es jeden Abend ein großes Feuerwerk, dass man von den bekannten Plätzen, wie dem Plaza del Ayuntamiento, oder von den Dächern der Hochhäuser aus betrachten kann. Dazu gibt es Umzüge mit den bekannten „Falleras“, den Valencianerinnen in traditioneller Tracht, und Blaskapellen, die durch die ganze Stadt ziehen. Pünktlich um 14.00 Uhr gibt es täglich „Mascletás“ am Rathausplatz, die in rhythmischen Abständen in farbigen Wolken explodieren. In jedem Stadtviertel gibt es ein eigenes kleineres Programm und eigene Stauten. Die drei besten Statuen werden am Ende der Festlichkeiten gekürt, bleiben vom Verbrennen verschont und kommen ins Museum. Dieses Spektakel sollte man keinesfalls verpassen und mindestens einmal im Leben gesehen haben.

Kunstfigur aus Valencia

Kunstfigur aus Valencia. Bildquelle: tsolanes / 9 images / pixabay.com

Ursprung der Tradition

Doch nun kommen wir zur Geschichte dieses einzigartigen Schauspiels. Den Ursprung findet man im 15. Jahrhundert. Als „Gründerväter“ der heute so feurigen Tradition stehen die Künstler und Zimmermänner. In den letzten Wochen des Winters wurden aufgrund der Dunkelheit für das Arbeiten Öllampen als Lichtquelle benötigt. Diese wurden an den parot, hölzernen Gebilden, festgemacht, um noch etwas Licht zu spenden. Als diese im Frühling nicht mehr benötigt wurden, verbrannten die Handwerker ihre parot, um die Ankunft des Frühlings zu feiern. Diese Tätigkeit legten sie auf den Tag des Schutzpatrons der Zimmermänner, dem Tag des heiligen San José. Über die Jahrhunderte fand man immer mehr und mehr Spaß an dem Verbrennen der parot bis sie immer kreativer wurden und bestimmte Formen annahmen. Ab dem 18. Jahrhundert bildeten sich feste Gruppen, die diese Feierlichkeit nutzten, um gesellschaftskritische Figuren zu entwickeln und zu verbrennen. Zuerst waren es Puppen aus Stroh und Holz bis sie menschenähnliche Gestalt annahmen. Diese Tätigkeit gab dem Fest den Charakter, den es heute hat.

Spanien hat viele ausgefallene und besondere Städte. Barcelonas Architektur, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen sind natürlich nicht mit Valencia zu vergleichen. Immerhin ist die katalanische Hauptstadt mit ca. 2 Millionen Einwohner fast doppelt so groß wie Valencia. Allerdings hat Valencia einen Ruf, den Barcelona nicht hat, und zwar wird die Stadt als “tierra de la luz” bezeichnet, was auf Deutsch “Land des Lichtes” bedeutet. Nicht nur zu Zeiten der Fallas ist Valencia eine besondere Stadt. Es lohnt sich auch, der Stadt das ganze Jahr über einen Besuch abzustatten. Valencia liegt von der Größe her perfekt zwischen Groß- und Kleinstadt und hat neben Museen und kilometerlangen Stränden noch einiges mehr zu bieten.

Wer also im März seinen Urlaub mit Feierlichkeiten, einer fremden Kultur und geringer Entfernung verbringen möchte, ist in Valencia genau richtig.

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