Hinter den Kreationen von Gourmet-Tempeln wie El Bulli und Köchen wie dem spanischen Stargastronom Ferran Adrià (Bild) verberge sich "schlicht der Katalog der Lebensmittelchemie-Industrie."

Jetzt hat Zipprick ein Buch über die angegliche Spitzen-Gastronomie in aller Welt geschrieben. Das Fazit von "In Teufels Küche": "Kochen Sie lieber selbst."

Zipprick berichtet von Enzymen, mit denen sich Fleischstücke aneinander kleben lassen, und Kaviarersatz, der sonst nur als Hundefutter dient.

"Meine Liebe zur gehobenen Gastronomie sollte in Kübeln von Lebensmittelzusatzstoffen ertrinken", schreibt Zipprick. 20 Jahre lang hat der Restauranttester Spitzenköchen über die Schulter geschaut, seine Reisen führten ihn durch Europa, Asien, Afrika und Amerika. Inzwischen aber sagt er: "Ich teste keine Restaurants mehr. Die großen Köche haben mich – und andere – angelogen."

Große Gastronomen versprächen beste Zutaten und kauften stattdessen drittklassige Ware und tricksten damit ihre Gäste aus.

Jörg Zipprick rechnet ab mit dieser Elite und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Rotzunge werde als Seezunge serviert, Abfälle als Stopfleber verkauft, veredelt werde mit glutamathaltigen Gewürzmischungen.

Auch Deutschlands beliebte TV-Köche kommen nicht besonders gut weg: Johann Lafer, Alfons Schuhbeck und Sarah Wiener wirft er die Verwendung von zahlreichen Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern vor. "Gehärtete Fette, Labor-Aromen, Emulgatoren, Farbstoffe – der gelernte Patissier Lafer liebt, womit sich Verbraucherschützer täglich beschäftigen."  (SAZ, dpa; Foto: gastronomiaycia)