La Liga 2018/19: FC Barcelona Favorit, Atletico macht Dampf! Und Real Madrid ohne CR7?

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Alle Jahre wieder erleben wir das gleiche Spielchen. Die Liga fängt an, „La Liga“, die laut Eigenwerbung beste Liga der Welt, und irgendwie fängt sie aber doch nicht an. Noch nicht. Denn bis zum Ende des Monats August können die Clubs Spieler holen und abgeben, wie sie wollen. Ab September dann können Fußballer gegen die Clubs kicken, deren Clubwappen sie noch vor wenigen Tagen geküsst haben.

In England und Italien hat man mit dieser Unsitte in diesem Jahr Schluss gemacht, dort schloss das Transferfenster rechtzeitig vor dem Start der nationalen Ligen. In Spanien müssen kleine Clubs noch bis zum 31. August zittern, ob Real Madrid, der FC Barcelona oder Atletico nicht doch noch Lust auf einen Neuzugang haben – und dafür die meist vertraglich vereinbarten Ablöseklauseln aus der Portokasse bezahlen. Sie Rodrigo Moreno in Valencia, der wochenlang bei Real Madrid im Gespräch war, obwohl er in Valencia bleiben will – und man ihn dort gerne weiter beschäftigen würde.

Die Krise scheint vorbei, vor allem bei Atletico Madrid, das in der Saison 2018/19 unbedingt die Champions League gewinnen will

Fakt ist, dass der Transfermarkt in diesem Jahr auch in Spanien wieder einmal von Bedeutung war – nachdem in den vergangenen Jahren einigermaßen Flaute herrschte. Krisenbedingt. Aber die Krise scheint vorbei, vor allem bei Atletico Madrid, das in der Saison 2018/19 unbedingt die Champions League gewinnen will. Endlich, nach zwei missratenen Versuchen 2014 und 2016, als man jeweils gegen den Erzrivalen Real verlor. Einmal in der Verlängerung, einmal im Elfmeterschießen.

Lemar: „Ich mache mir keinen Kopf wegen der Ablöse, spüre keinen Druck, für die Preise kann ich schließlich nichts…“

Mit Thomas Lemar wurde aus Monaco der teuerste Spieler überhaupt geholt, den in diesem Sommer spanische Clubs verpflichteten. 70 Millionen Euro Ablöse ließen sich die Colchoneros den Mann fürs Mittelfeld kosten. Der sagt: „Ich mache mir keinen Kopf wegen der Ablöse, spüre keinen Druck, für die Preise kann ich schließlich nichts.“ Dazu kam auch noch Gelson Martins von Sporting Lissabon, auch er kostete einige Millionen Euro. Dazu kommt: Mit Antoine Griezmann steht der bestbezahlte Fußballer Madrids in den Reihen Atleticos – nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo verdient kein anderer bei Real mehr als der kleine Franzose, auch nicht Gareth Bale.

Schon jetzt gibt es bisweilen Unzufriedenheit im eigenen Stadion Wanda Metropolitano…

Von Atletico ist also in dieser Saison einiges zu erwarten, die Underdog-Mentalität, die Trainer Diego Simeone seit Jahren kultiviert, passt nicht mehr zu den Colchoneros. Schon jetzt gibt es bisweilen Unzufriedenheit im eigenen Stadion Wanda Metropolitano, weil Simeones liebstes Ergebnis nun einmal 1:0 lautet. Vorne ein Tor – und dann hintern darauf vertrauen, dass Keeper Jan Oblak, mit Sicherheit einer der Besten auf der Welt, die Bude dicht hält. Ob das auf Dauer ein Kader von der Güte Atleticos mitmacht? Auch José Mourinho bekommt seit Jahren Probleme mit seiner Spielweise, die Weltstars wie Paul Pogba nicht gefallen kann. Und wohl auch nicht gefällt.

Da Iniesta jetzt in Japan kickt, hat Coutinho freie Bahn

Wen wundert es da, dass besagter Pogba im Gespräch beim FC Barcelona war. Und sogar einen Tag vor Transferende noch ist. Fakt ist allerdings auch, dass Barca mit Coutinho einen Mittelfeldmann hat, der im Januar kam, aber erst nach dem Abgang von Andres Iniesta richtig aufblühen kann. Da Iniesta jetzt in Japan kickt, hat Coutinho freie Bahn. Die er allerdings auch nutzen muss. Auch Ousmane Dembelé muss zeigen, was er kann. Seine erste Saison bei den Katalanen war von Verletzungen überschattet, sogar ein Verkauf des Franzosen war zwischenzeitlich ein Thema. Aber der Start in die Saison war vielversprechend – Gerüchte, dass man Dembelé nur ins Schaufenster gestellt habe, damit er potentiellen neuen Clubs signalisieren konnte, dass er das Fußballspielen nicht verlernt habe, machte Trainer Ernesto Valverde zunichte. Er sagte: „Wir erwarten noch viel von Dembelé.“ Keine Frage: Barca ist der Top-Favorit auf die Titelverteidigung.

Kroos: „Die 50 Tore, die Cristiano Ronaldo normalerweise geschossen hat, werden schwer zu ersetzen sein“

Was man in dieser Saison von Real Madrid erwarten kann, weiß noch niemand. Toni Kroos, der Weltmeister von 2014, erklärte zuletzt: „Die 50 Tore, die Cristiano Ronaldo normalerweise geschossen hat, werden schwer zu ersetzen sein.“ Womit er wohl recht hat. Denn wieso sollte Karim Benzema plötzlich ein Killer werden? Wieso sollte Gareth Bale plötzlich weniger verletzungsanfällig sein? Wieso sollte Marco Asensio sein Niveau, das an guten Tagen Weltklasse ist, kontinuierlich halten können, wo er auch in der vergangenen Saison phasenweise abgetaucht war. Und ob Neuzugang Mariano, der in der Vorsaison in Lyon mehr Tore schoss als Kylian Mbappé mit Paris Saint Germain, einschlagen kann? Der Nachwuchsmann kickte schon vor zwei Spielzeiten in Madrid, kam dabei aber nur auf wenige Spielminuten. Sergio Ramos, der Kapitän der Weißen, sagt: „Wir müssen ohne Cristiano als Team glänzen, die Tore teilen wir uns.“ Demonstrativ versenkte Ramos in Girona zum Saisonauftakt beim 4:1 einen Elfmeter, einen weiteren überließ er Benzema, damit der auch ein Tor schießen durfte. Das Konzept könnte aufgehen: In den vergangenen neun Jahren hätte das Tormonster CR7 beide Elfer für sich allein beansprucht, um in der Torjägerliste gleich vorne zu sein.

Valencia: Wie Guedes finanziert werden soll, ist eine Frage, die sich nicht nur die Zeitung „El País“ stellt

Bleibt die unbekannte Größe FC Valencia. Der Club spielt in der Champions League – und hat mit Goncalo Guedes einen Stürmer für 40 Millionen Euro geholt, obwohl Valencia stark verschuldet ist und bislang eher Verkäufe im Raum standen. Wie Guedes finanziert werden soll, ist eine Frage, die sich nicht nur die Zeitung „El País“ stellt. Spekuliert wird, dass schon im nächsten Sommer, vielleicht auch schon im Winter, Kasse gemacht werden muss. Natürlich mit einem Spielerverkauf. Schlägt kein anderer ein, könnte Guedes also schneller wieder weg sein, als den Fans im Stadion Mestalla lieb ist, die den Portugiesen schon in der Vorsaison, als er auf Leihbasis in Valencia kickte, in ihr Herz geschlossen haben.

Hier die Top-Transfers der spanischen Liga vor der Saison 2018/19:

Thomas Lemar (Atlético) 70.000.000
Vinícius Júnior (Real Madrid) 45.000.000
Malcom (Barcelona) 41.000.000
Guedes (Valencia) 40.000.000
Clément Lenglet (Barcelona) 35.900.000
Thibaut Courtois (Real Madrid) 35.000.000
Arthur (Barcelona) 31.000.000
Álvaro Odriozola (Real Madrid) 30.000.000
Geoffrey Kondogbia (Valencia) 25.000.000
Yuri Berchiche (Athletic Club) 24.000.000
Rodri (Atlético) 20.000.000
William Carvalho (Real Betis) 20.000.000
Gerard Moreno (Villarreal) 20.000.000

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