„Ob Portugal, Estland oder Spanien: Der Aufschwung, der sie über Jahre als europäische Musternationen dastehen ließ, war auch im Optimismus ihrer Menschen begründet.

Im Vertrauen darauf, dass es nur aufwärts gehen könne, gaben sie Geld aus, noch ehe sie es verdient hatten. Dem großmütterlichen Hausverstand mag das aberwitzig vorkommen, doch es war ein Motor der jüngsten Boomjahre in Europa.

Nicht nur brachte er diesen Ländern den Wohlstand, er sicherte auch der Wirtschaft in den reichen Exportnationen großzügige Gewinne, von der deutschen Autoindustrie bis zu österreichischen Tourismusorten.

Das Wirtschaftswachstum, das wir ja zum Dogma der Marktwirtschaft erklärt haben, beruht eben darauf, dass Menschen Geld ausgeben, anstatt es in den Sparstrumpf zu stecken.

Im Süden und Osten Europas lassen das jetzt viele Bürger lieber bleiben. Wo soll dann der Aufschwung herkommen, der schon jetzt in all den Budgetentwürfen so großzügig kalkuliert wird?“