Krisen-CAM-Banker vor Gericht: “Veruntreuung und andere Wirtschaftsvergehen”

Der frühere Generaldirektor der Sparkassenkette Caja de Ahorro del Mediterráneo (CAM), Roberto López Abad, und der Ex-Präsident des CAM-Kontrollgremiums, Juan Ramón Avilés, müssen wegen des Vorwurfs der Veruntreuung und anderer Wirtschaftsvergehen auf die Anklagebank. Dies ordnete am Dienstag der zuständige Ermittlungsrichter Javier Gómez Bermúdez in Madrid an.

Die beiden Angeklagten müssen eine Sicherheit von insgesamt 8,5 Millionen Euro für zu erwartende Schadenersatzansprüche hinterlegen. Die Staatsanwaltschaft forderte für die Banker Haftstrafen von bis zu vier Jahren. Die Nebenkläger verlangten bis zu 16 Jahre Gefängnis. Der Ermittlungsrichter legte López Abad und Avilés zur Last, die Sparkasse ausgeplündert zu haben. Sie sollen Statuten umgangen haben, um den führenden Bankiers zu höheren Gehaltszahlungen zu verhelfen.

Die spanische Zentralbank hatte die Zustände bei der CAM vor mehreren Jahren als «das Schlimmste vom Schlimmen» beschrieben. Die Sparkasse wurde vom Staat vor dem Zusammenbruch gerettet und für die symbolische Summe von einem Euro an das Geldhaus Banco Sabadell verkauft. Spanien musste zur Sanierung maroder Banken von der EU Hilfskredite von über 40 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.