Krise bei Barça – kommt Capello für Rijkaard?

Während allerorten bereits die Alarmglocken läuten und derzeit arbeitslose Trainer ihre Bewerbungsunterlagen zusammenstellen, um sich bei den Katalanen um den bald frei werdenden Posten des Cheftrainers zu bewerben, fügte Laporta noch den wenig überzeugenden Satz hinterher: „Natürlich hat Frank unsere volle Unterstützung, er hat schon früher gezeigt, dass er mit Problemen fertig wird.“

In der vergangenen Saison hatte ihm dies Laporta noch abgesprochen. Nachdem Champions League und Liga verloren waren, beklagte er sich, dass Rijkaard die Probleme im Team unterschätzt habe – er sei schlicht zu nett zu den Spielern gewesen. Dies, so Laporta, dürfe sich nicht wiederholen. 

Scheitert Barça an zu vielen Stars – und seinem eitlen Präsidenten?

Tut es nun aber doch, allem Anschein nach, denn Barça spielt in der laufenden Saison recht unkonstant. Nach einem holprigen Start gab es einige herausragende Spiele, aber zuletzt auch wieder eine Pleite in Getafe. Auf der Titelseite vom Dienstag verpasst die Sportzeitung Marca dem Holländer kurzerhand ein Verfallsdatum. Als Nachfolger soll Fabio Capello im Gespräch sein, der Ex-Trainer von Real Madrid. Angeblich ist von einem Ultimatum bis Weihnachten die Rede.

Marca spekuliert, dass der Holländer, um seine Haut zu retten, vom ohnehin ungeliebten 4-3-3-System zum alten 4-4-2 zurückkehren könnte – und damit einen seiner Superstars Ronaldinho, Messi oder Henry opfern müsse. Wer von den Dreien den Kürzeren ziehen wird, ist die Frage. Und sobald der aktuell verletzte Mittelstürmer Etoo wieder ins Team zurückkehrt und  – weil Liebling des Präsidenten – seinen Stammplatz einklagt, fangen die Probleme bei Barça erst richtig an. Aus den „Fantastischen Vier“ könnten so sehr bald die „Fantastischen Streithähne“ werden.

Barcelona wäre nicht die erste Fußballmannschaft, die an zu vielen Stars und einem eitlen Präsidenten scheitert. Real Madrid hat es vorgemacht, das Konzept der „Galaktischen“ wurde letztlich aufgegeben. Vielleicht sollten einige der interessierten Trainer ihre Bewerbungen doch lieber in der Schublade stecken lassen.