Krieg der Sterneköche: Ferrán Adriá verteidigt seine Küche

Im "Küchenkrieg" wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. 

Spaniens Superkoch Nr. 1, der maßgeblich an der Erfindung und Entwicklung der "Molekular-Küche" beteiligt war, hat den Streit über die Verwendung chemischer Produkte in seinen Speisen als "Nonsens" bezeichnet.

Ferrán Adriá verteidigt sich: "Chemie ist bereits seit langer Zeit Teil der Sterneküche" gab der Spanier in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "El Mundo" an. 

Selbst hochwertiges Speiseeis enthalte Stabilisatoren, damit es nicht kristallisiere. In Schokolade sei stets Lecithin enthalten und Japan verwende seit Jahrhunderten die Alge Agar-Agar als Geliermittel, fuhr der Spanier fort, dessen Restaurant "El Bulli" bei Rosas in der Provinz Girona mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde.

Der ebenfalls spanische Sternekoch Santi Santamaría hatte Adriá vorgeworfen, er fülle seine Teller mit "Geliermitteln und Emulgatoren aus dem Labor", die ein "Problem für die Volksgesundheit" seien. 

Diese Kritik hatte eine heftige Debatte unter den spanischen Chefköchen ausgelöst. "Wir müssen alle unsere Freiheit haben", sagte Adriá der Zeitung. 

Eine Debatte zwischen traditioneller und avantgardistischer Küche sei künstlich heraufbeschworen. Alle, die zur Avantgarde gehörten, hätten ihre Wurzeln im Traditionellen.

Das Restaurant des Katalanen Ferrán Adriá ist 2008 von der Fachzeitung "Restaurant Magazine"  zum dritten Mal zum besten Restaurant der Welt gewählt worden. "El Bulli" verfügt zwar gerade einmal über 50 Plätze, ist aber jedes Jahr innnerhalb kürzester Zeit ausgebucht.