König Juan Carlos: “Urdangarín sollte schon vor fünf Jahren ins Ausland”

Der spanische König Juan Carlos hat seinem unter Korruptionsverdacht stehenden Schwiegersohn Iñaki Urdangarín nach Angaben des Königshauses wegen „unangemessener“ Aktivitäten bereits 2006 zum Rücktritt vom Vorsitz der gemeinnützigen Stiftung Noos aufgefordert.

Urdangarín habe seine Anteile daraufhin verkauft, erklärte der Palast am Sonntag und bestätigte damit spanische Medienberichte. Das Königshaus habe 2006 allerdings „weder Lügen noch Betrügereien“ entdeckt.

Der Rechtsberater  des Königshauses sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Stiftung sich entgegen ihre Rechtsform in Bereichen betätigte, die „kommerzieller Natur“ gewesen seien.

Dem 43-jährigen Ehemann von Infantin Cristina, der jüngsten Tochter des Königs, sei anschließend nahegelegt worden, besser im Ausland zu arbeiten, hieß es am Sonntag aus dem Palast weiter. Damit sollte deutlich gemacht werden, dass sich Urdangarín klar von seinen früheren Aktivitäten distanziert hatte. Das Königshaus hatte Urdangarín zuletzt von allen offiziellen Aktivitäten ausgeschlossen.

Seit Wochen ermittelt die spanische Justiz wegen Verdachts des Missbrauchs öffentlicher Gelder gegen die angeblich gemeinnützige Stiftung, der Urdangarín zwischen 2004 und 2006 vorstand. Die Stiftung soll von den Behörden der Balearen in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 2,3 Millionen Euro für die Organisation eines Sport- und Tourismuskongresses erhalten haben. Die Gelder sollen jedoch in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen gestanden haben. Urdangarín und sein Vertrauter und Nachfolger Diego Torres sollen die Gelder dann über die Stiftung an ihre privaten Firmen weitergeleitet haben. (SAZ, AFP)