Kokaínblase geplatzt! Party-Droge zu teuer für Krisenzeiten

Das Euphorie auslösende Rauschgift wandelte sich von der Party- zur Straßendroge. In nur einem Jahrzehnt wurde es laut EBDD zum am häufigsten konsumierten Stimulans Europas.

Nun können sich viele der «Neu-Konsumenten» Kokain aber auch nicht mehr leisten. In der EU liegt der durchschnittliche Verkaufspreis immerhin bei 50 bis 80 Euro pro Gramm.

«Wir haben fünf Länder in Europa, in denen der Konsum relativ hoch ist und ungefähr auf dem Niveau der USA liegt. Das sind Spanien, Italien, das Vereinigte Königreich, Dänemark und Irland. In vier dieser Länder, alle außer Irland, wo die Erhebungen erst jetzt laufen, geht der Konsum zurück. Könnte sein, dass diese Kokainblase geplatzt ist», erklärte Götz vor der Veröffentlichung des EBDD-Jahresberichts.

Großbritannien ist ein gutes Beispiel. Dort hatte sich der Kokainkonsum allein zwischen 1994 und 2009 mehr als versechsfacht. Nach EBDD-Zahlen hatten mehr als sechs Prozent aller Briten im Alter zwischen 15 und 34 Jahren Kokain konsumiert. In vergangenen Jahr fiel dieser Wert auf unter fünf Prozent. Bei Schuldensünder Spanien gab diese Zahl von 5,5 auf unter 4,5 Prozent nach. In Deutschland, wo der Konsumentenanteil zwischen 1990 und 2009 von 0,4 auf rund 1,9 Prozent angestiegen war, gibt es noch keine Zahlen für 2010.

Das jahrelange positive Image von Kokain als Droge des Jetset wird nach Angaben der Experten auch zunehmend durch das wachsende Bewusstsein für kokainbedingte Probleme infrage gestellt. Jährlich werden in Europa im Zusammenhang mit Kokain immer noch rund 1000 Todesfälle verzeichnet. Mehr als die Hälfte aller kokainabhängigen Patienten weisen nach jüngsten Studien auch Alkoholabhängigkeit auf.