Perfekter könnten die Trainingsbedingungen für IBO- und IBF-Weltmeister Wladimir Klitschko zweieinhalb Wochen vor seinem Titelvereinigungskampf gegen WBO-Weltmeister Sultan Ibragimov nicht sein. Im PGA-Resort in Palm Beach Gardens, einem Golfer-Mekka im Sunshine-State Florida, bereitet sich der 31-jährige Ukrainer derzeit auf die erste Unification im Schwergewicht seit 1999 vor.

Doch so verlockend die Rahmenbedingungen auch sind, so eisern trotzt der Super-Champion jeder Versuchung, die ihn von seinem strikten Trainingsplan ablenken könnte. Morgens und nachmittags steht jeweils eine schweißtreibende Einheit auf dem Programm, ausgetüfftelt von seinem Erfolgstrainer Emanuel Steward.

Über 60 Sparringsrunden wurden in den vergangenen zwei Wochen geboxt, seine Partner dabei weisen mit rund 1,90 Meter alle in etwa die Größe von Ibragimov auf, der 1,88 Meter misst. Der boxerische Eindruck, den Klitschko bei seinen Sparringsgegnern hinterlassen hat und von dem sich in dieser Woche bei einem Pressetraining auch zahlreiche Boxjournalisten aus den USA, der Ukraine und Deutschland überzeugen konnten, ist unisono: überwältigend.

Sparingspartner ist beeindruckt

Matt Godfriy aus Rhode Island, immerhin die Nummer eins der WBC-Weltrangliste, war nach einer Lektion in vier Runden besonders von den vielen Jabs beeindruckt, mit denen Klitschko schon bei seinem letzten Kampf im Juli letzten Jahres seinen Gegner Lamon Brewster regelrecht zermürbt hatte: „Wladimir schlägt so unglaublich kraftvoll, und mit seinen Jabs kontrolliert er das Geschehen jederzeit nach Belieben. Allein damit hält er dich so sehr auf Distanz, dass du gar nicht dazu kommst, selbst zu agieren. Ich habe es schon vor dem Sparring gesagt und unterstreiche das jetzt noch einmal: Ibragimov wird chancenlos sein“.

Eine Einschätzung, die bei Emanuel Steward zur festen Überzeugung wird: „Am Anfang kann es durchaus unangenehm werden, Ibragimov ist ein schneller, beweglicher Rechtsausleger, der alles in die ersten Runden stecken wird. Doch dann, da bin ich ganz sicher, geht ihm die Puste aus, weil Wladimir ihn ständig beschäftigen wird. Und dann heißt es Showtime!“