Key Biscane: Boris Becker und Djokovic schlagen Rafa Nadal! “Großartiges Match”

Der Serbe fiel rückwärts auf den lilafarbenen Hartplatz des Centre Courts in Key Biscayne, streckte Beine und Arme weit von sich. Mit einem unglaublichen Matchball hatte er gerade das Finale des ATP-Masters-Series-Turniers von Miami nach 84 Minuten für sich entschieden und den Giganten-Gipfel gegen Branchenprimus Rafael Nadal mit 6:3, 6:3 gewonnen – und das wie schon beim Sieg in Indian Wells ohne seinen prominenten Coach Boris Becker.

Nach einem langen Grundlinien-Duell rückten Djokovic und Nadal ans Netz vor. Mit dem 28. Schlag des Ballwechsels spielte der Weltranglisten-Zweite dann die Filzkugel reaktionsschnell und unerreichbar für den Spanier tief in dessen Hälfte. Die Zuschauer sprangen begeistert auf, viele sprachen vom Matchball des Jahres.

«Ich habe ein großartiges Match gespielt, von Anfang bis Ende hat alles sehr gut geklappt», sagte Djokovic. Zum vierten Mal durfte er die Kristall-Vase in den Himmel von Südflorida strecken. Nadal dagegen verlor nach 2005, 2008 und 2011 auch sein viertes Finale im Crandon Park. Neben Shanghai und Paris bleibt auch Miami die Masters-Veranstaltung, die ihm in seiner Titelsammlung noch fehlt. «Bei keinem anderen Turnier habe ich so viele Finals verloren, aber dieses Event ist trotzdem etwas Besonderes für mich», sagte Nadal.

Im 40. Duell der beiden – Rekord in der Profi-Ära – bestimmte Djokovic mit seinen platzierten und harten Grundlinien-Schlägen das Geschehen, Nadal konnte oftmals nur reagieren. Der 27 Jahre alte Mallorquiner hatte auf dem Weg ins Endspiel nur ein Break zugelassen, gegen den Rechtshänder aus Belgrad gab er jedoch gleich dreimal sein Service ab. 2011 hatte Nadal an selber Stelle den dritten Satz des Finals gegen Djokovic im Tiebreak verloren. Diesmal hingegen war es eine ziemlich einseitige Partie, denn der Serbe spielte bis zum Schluss auf durchgehend hohem Niveau.

«Rafa ist einer der Spieler, die es ausnutzen, wenn du ihnen eine Chance gibst und sich zurück ins Match kämpfen. Das wollte ich nicht zulassen und habe deshalb den Druck hochgehalten», sagte Djokovic. Mit dem Titel gewann er zum zweiten Mal nach 2011 das prestigeträchtige Double aus Indian-Wells- und Miami-Titel. Das war zuvor nur Roger Federer 2005 und 2006 gelungen. Den Schweizer hatte Djokovic vor zwei Wochen im Finale von Indian Wells besiegt.

«Glückwunsch an Novak. Er hat zwei unglaubliche Turniere gespielt», sagte Nadal. Er führt die Bilanz gegen Djokovic zwar mit 22:18 an, musste jedoch seine dritte Niederlage nacheinander hinnehmen. Djokovic wiederum hat nun 14 der 21 Partien auf Hartplatz gegen Nadal gewonnen. Es sei immer eine Herausforderung und eine Freude zugleich, gegen ihn zu spielen, so Djokovic, der die Duelle mit Nadal längst als «definitiv die größte Rivalität meiner Karriere» bezeichnet.

Durch seinen vierten Turniererfolg rückte der 26-Jährige in der ewigen Bestenliste auf Platz zwei, vor ihm rangiert nur noch Andre Agassi mit sechs Siegen. Seit seinem Triumph 2011 hat Djokovic 18 seiner 19 Matches auf der Palmeninsel gewonnen – die einzige Niederlage gab’s im Achtelfinale des Vorjahres gegen Tommy Haas.