Kein “Spektakel”: Federico García Lorca wird exhumiert

Die Enkelin des Lehrers, Nieves Galindo, der angeblich gemeinsam mit dem spanischen Dichter und zwei anarchistischen Stierkämpfern in einem Gemeinschaftsgrab ruht, möchte durch eine Exhumierung herausfinden, ob ihr Großvater tatsächlich dort begraben wurde. 

Sie hatte am Freitag vergangener Woche einen entsprechenden Antrag an den spanischen Ermittlungsrichter Baltasar Garzón gerichtet. 

Die Familie von Federico García Lorca hat sich nach langem Zögern mit der Exhumierung des 1936 unter dem Franco-Regime getöteten spanischen Dichters einverstanden erklärt. 

"Wir werden es nicht verhindern", sagte die Nichte des Dichters, Laura García Lorca, der Zeitung "El País" vom Donnerstag. 

"Obwohl es uns lieber wäre, wenn es nicht passierte, respektieren wir den Wunsch der anderen Familien", fügte die als Sprecherin der Familie fungierende Nichte hinzu. 

Bislang hatten sich die Nachfahren des Dichters gegen eine Öffnung des Grabes strikt gewehrt.  

Die Enkelin von Galindo wurde derweil vom Verein der Angehörigen der Opfer des Franco-Regimes, ARMH, unterstützt. Garzón hatte vor knapp drei Wochen spanische Institutionen aufgefordert, Informationen über die tausenden während des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) und der spanischen Diktatur (1939 bis 1975) verschwundenen Menschen zur Verfügung zu stellen.

Nach Angaben von Laura García Lorca hat ihre Familie die Sorge, dass die Exhumierung in ein "Spektakel" abdriften könnte. 

Die Öffnung des Grabes müsse "mit viel Respekt, in privatem Rahmen, im Stillen" erfolgen, forderte die Nichte. Der Dichter Federico García Lorca war 1936 in der Nähe von Granada von Franco-Anhängern erschossen worden.