Katalonien: “Die Corrida ist schon lange tot, auch ohne Verbot”

In der Region mit 7,5 Millionen Einwohnern ist nur noch eine einzige Arena in Betrieb – La Monumental in Barcelona. Dort fand am Sonntag erstmals nach dem Parlamentsbeschluss ein Stierkampf statt.

Wer erwartet hatte, die Fans würden aus Protest gegen das – in anderthalb Jahren in Kraft tretende – Verbot in hellen Scharen in die Arena strömen, wurde eines Besseren belehrt.

Auf den Rängen herrschte gähnende Leere. Die 18.000 Plätze waren nicht einmal zu einem Viertel besetzt. Rund 4.000 Zuschauer wurden gezählt.

"Für mich war der Kampf um den Stierkampf in Katalonien schon vor dem Verbot verloren gewesen", sagte Rosa Gil, Präsidentin einer Vereinigung von Stierkampffans, der Zeitung El País. "Die Leute in Barcelona gehen nicht in die Arena. Der Stierkampf war schon tot, bevor sie ihn nun per Gesetz abschafften."

Barcelona hatte dereinst drei Stierkampfarenen. Eine davon wurde abgerissen, eine andere wird in ein Einkaufs- und Vergnügungszentren umgebaut. In den anderen katalanischen Städten finden schon seit Jahren keine Kämpfe mehr statt.

Die Arena in Tarragona wurde 2006 geschlossen und ist jetzt eine Mehrzweckhalle. Figueras und Gerona ließen ihre Stierkampfarenen abreißen und an deren Stelle ein Sportzentrum und ein Gerichtsgebäude errichten. (SAZ, dpa; Foto: Wikipedia)

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