Kampf gegen ETA: Zehntausende protestieren in Madrid

Die Kundgebung war von Spaniens größter Vereinigung von Terroropfern organisiert worden. Der Präsident der Vereinigung, Francisco José Alcaraz, forderte die Regierung dazu auf, alle baskischen Parteien, die auf eine Unabhängigkeit des Baskenlandes hinarbeiteten, zu verbieten. Zapatero gehe nicht entschieden genug gegen die verbotene ETA vor, der Versuch eines Dialogs müsse gestoppt werden.

Die Regierung kritisierte die Demonstration scharf und warf der oppositionellen rechtskonservativen Volkspartei (PP) vor, den Kampf gegen den Terrorismus als Wahlkampfthema zu missbrauchen. In Spanien wird im März kommenden Jahres ein neues Parlament gewählt. Mehrere prominente Mitglieder der PP nahmen an der Demonstration teil. Nicht anwesend war allerdings Parteichef Mariano Rajoy, ein Umstand, der stellenweise scharf kritisiert worden war.

Im Kampf der ETA für ein unabhängiges Baskenland starben in den vergangenen 39 Jahren mehr als 800 Menschen. Die von der Europäischen Union als terroristisch eingestufte Untergrundorganisation hatte Ende Dezember mit einem Anschlag auf den Madrider Flughafen ihren Waffenstillstand von März vergangenen Jahres gebrochen und im Juni diesen Jahres auch offiziell aufgekündigt.