Justiz entschied: Keine Klage wegen Mordes gegen Fidel Castro

Der oberste spanische Strafgerichtshof, die Audiencia Nacional, lehnte ein Wiederaufrollen der Fälle aus dem Jahr 1961 ab, da diese bereits untersucht worden seien, verlautete am Donnerstag in Madrid aus Justizkreisen. Damit bestätigten die Richter ein in erster Instanz gefälltes Urteil vom Februar. 

Das Unterstützungskomitee für den Widerstand CAD 2506 hatte in einer Klage Castro sowie den früheren kubanischen Minister Osmani Cienfuegos unter anderem des Völkermords, Terrorismus und der Folter bezichtigt. Beide Politiker seien mitverantwortlich für den Erstickungstod von acht kubanischen Häftlingen während ihres Transports nach Havanna im April 1961.

Der Vorfall, der sich kurz nach der gescheiterten US-Invasion in der Schweinebucht ereignete, war der spanischen Justiz bereits mehrfach ohne Erfolg vorgelegt worden. 1998 hatte die Audiencia Nacional geurteilt, die geschilderten Vorgänge rechtfertigten keine Klage wegen Völkermords, Terrorismus oder Folter. 2005 begründete das Gericht die Abweisung einer erneuten Klage mit der Immunität, die Castro als Staatschef genieße. 

CAD 2506 hatte seine jüngste Klage eingereicht, nachdem Castro die Amtsgeschäfte nach einer Darmoperation vorläufig an seinen Bruder Raúl abgegeben hatte.