200 Menschen hielten in der Nacht zum Mittwoch Wache vor dem Haus der Familie  des sadistischen Josef Fritzls.

Mit Kerzen wollten sie der Welt signalisieren, dass es in Amstetten in Österreich auch Mitleid gibt. "Die ganze Welt dankt doch, dass uns alles egal ist und wir immer wegschauen, aber das stimmt nicht", sagte eine der Demonstrantinnen.

Der grauenhafte Kriminalfall aus Amstetten in Österreich beschäftigt weiter die Gemüter, weltweit. Derweil rekonstruieren Polizei und Presse weiter die Tathergänge sowie die unglaublichen Lebensverhältnisse von Elisabeth Fritzl (42), Josefs gequälter Tochter, und ihrer Kinder.

Zwei davon wurden 18 und 19 Jahre alt, eines fünf, ohne je das Tageslicht gesehen zu haben – in einem Verlies, das nur 1,60 Meter hoch war – aufrechter Gang war darin unmöglich. Derweil sonnte sich Josef Fritzl, der seine Tochter zum ersten Mal mit elf Jahren vergewaltigte und mit 18 ins Verlies sperrte, im Urlaub in Thailand.

Die Polizei sucht bereits nach Komplizen, es scheint ausgeschlossen, dass Fritzl mehr als 20 Jahre lang ein solches Doppelleben ohne Hilfe führen konnte. Zum Beispiel sahen ihn die Nachbarn nie mit Einkaufstüten oder im Geschäft – wie soll man aber jahrelang eine Frau mit drei Kindern im Keller ernähren, ohne einkaufen zu gehen?

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Die angesehene El Mundo aus Spanien zeigt eine Karikatur, in der der bekannte Psychoanalytiker Sigmund Freud von seinem Denkmal in Wien steigt und sich neben dem Sockel übergibt. Eine andere Karikatur zeigt Frankenstein auf dem Arm eines Werwolfes, die sich beide zitternd vor Josef Fritzl in Sicherheit bringen.

Die ganze Welt fragt sich, wie die Frau von Fritzls über mehr als zwanzig Jahre nichts von der grauenhaften Tat mitbekommen konnte. Zudem wurde jetzt bekannt, dass Fritzl wegen sexuellen Missbrauchs vorbestraft war – die österreichischen Behörden ließ dies offenbar unbeeindruckt, nach Elisabeth, der Tochter des "Monsters von Amstetten", wurde nie wirklich gesucht.