Jetzt Seuchengefahr – Behörden falsch informiert?

Immer noch befinden sich rund 100 Millionen Liter Wasser in der Stadt, so die Zeitung Información. Und darin treiben Müll und Unrat, darunter tote Tiere und verfaulende Lebensmittel. Mit Hochdruck wird nun versucht, das Wasser mit Pumpen aus den Häusern zu schaffen.

Viele der Reinigungskräfte, die die Bars und Restaurants am Strand sauber machen, tragen mittlerweile Gesichtsmasken – auch gegen den üblen Geruch, der sich dort breit macht. Calpes Regierungssprecher Joan Morató wies aber darauf hin, dass das Leitungswasser „absolut trinkbar“ sei.

In vielen Gemeinden der Costa Blanca war in den vergangenen Tagen stellenweise die Wasserversorgung zusammengebrochen. In Alfaz del Pi wurden die Speicherbecken komplett gelehrt, weil das darin enthaltene Wasser durch die Überschwemmungen verunreinigt war. Da gleichzeitig Wasserkanäle, die normalerweise für die Zufuhr von Frischwasser sorgen, durch die Gota fría zerstört waren, kam nicht genug neues Wasser in die Stadt, so ein Sprecher des Versorgers Aguagest. Urbanisationen wie Foia Blanca blieben so für zwei Tage ohne Wasser.

Universität Alicante: Behörden gehen von total falschen Planungsgrundlagen aus

Laut einem Bericht der Información sind die öffentlichen Behörden – darunter das Wirtschaftsministerium – seit Jahren von falschen Voraussagen über die Häufigkeit von Gota frías in der Küstenregion ausgegangen.

Wie die Professoren Antonio Rico und Jorge Olcina vom Geographischen Institut der Universität Alicante recherchierten, gingen die Behörden nach einem ihnen zugrunde liegenden Bericht aus dem Jahr 1996 davon aus, dass vernichtende Wassermassen nur alle 500 Jahre über die Küste hereinbrechen. Statt dessen sei die Periode deutlich kürzer, so die Experten – nämlich nur 15 Jahre. Auf der Grundlage des falschen Berichts seien aber die Infrastrukturen der Gemeinden in den vergangenen Jahren geplant worden.

Der Bericht sagt im Detail, dass in der Marina Alta um Denia und Calpe nur alle 500 Jahre Niederschläge von 300 Litern oder mehr pro Tag zu erwarten seien. Vor dem vergangenen Freitag, als weit über 300 Liter fielen, maßen die Wetterstationen aber schon am 3. November 1987 377 Liter, 1957 waren es 344.