Iran wirft Washington mangelnde kulturelle Toleranz vor

Bei der neuartigen Veranstaltung in Madrid, die am Mittwoch zu Ende gehen sollte, sagte der iranische Viez-Außenminister Ali Baghati, die Allianz der Zivilisationen sei „ziemlich genau das Gegenteil“ von dem, was US-Präsident George W. Bush auf Weltniveau betreibe. An der Veranstaltung, die auf Betreiben des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zu Stande kam, nehmen mehr als 60 Staaten teil, nicht jedoch die USA und Israel. Baghati sagte, die Regierung in Washington könne von dem Forum viel lernen.

Zapatero hatte das Forum im September 2004 auf der UN-Vollversammlung vorgeschlagen. Anlass für seine Initiative waren die Anschläge auf das World Trade Center im September 2001 und die in Madrid verübten Anschläge im Frühjahr 2004. Bei der Eröffnungsrede am Dienstag sagte Zapatero, Ziel sei die Mobilisierung „der großen Mehrheit der Bevölkerung, die in Frieden leben will“. Ein Zusammenprall der Zivilisationen müsse mit „Sicherheit, Verständnis, Toleranz und gegenseitigen Respekt in einer globalisierten Welt“ verhindert werden, fügte Zapatero hinzu.

Viele namhafte Teilnehmer

Zu den Teilnehmern des Forums zählen UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der frühere portugiesische Präsident Jorge Sampaio, der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die frühere irische Präsidentin Mary Robinson, der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk, die iranische Friedens-Nobelpreisträgerin Schirin Ebadi und der brasilianische Autor Paulo Coelho.