Iniesta killt Leichtathletik-EM: Null Stimmung, Riesen-Flop

"Niemand kann zufrieden sein, wenn das Stadion nicht voll ist", sagte der Ehrenpräsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Helmut Digel.

Im 33.000 Zuschauer fassenden Olympiastadion waren bislang immer ganze Blöcke leer. Am Dienstagabend kamen nach offiziellen Angaben 16.400 Besucher, am Mittwochabend 22.250.

So entsteht noch nicht einmal ein Funken der Begeisterung, der irgendwo überspringen könnte. Auch wenn der Vergleich hinkt, wird diese EM ständig an den Olympischen Spielen von 1992 gemessen. Die waren ein Publikumsmagnet mit Gänsehaut-Atmosphäre und vollen Tribünen. Bei der EM ist es eher leise.

Fakt ist aber: Gegenüber dem Katalonien von 1992 ist die Aktualität eine andere, teilweise von Separatismus und Nationalismus geprägt: Viele Menschen wollen derzeit Katalanen siegen sehen, keine Spanier. Und sie haben weniger Geld in der Tasche, die Krise nagt an allen Geldbeuteln.

Die halbleeren Ränge im Stadion lassen sich vielleicht auch dadurch erklären, dass Spanien insbesondere in diesen Wochen kein Leichtathletik-Land ist. Sie haben andere Helden: Ihre Fußball-Weltmeister, Fernando Alonso, Rafa Nadal, Alberto Contador – aber keinen Weltstar im Laufen oder Werfen.

Vier Sportzeitungen erscheinen in Spanien jeden Tag. Die in Barcelona erscheinende "Sport" berichtete am Donnerstag auf den ersten 15 Seiten wie immer über den FC Barcelona, dann über den Rest der Fußball-Welt, über die Formel 1 und erst von Seite 33 an kurz über die EM in ihrer Stadt.

Das tut die "Sport" aber auch, wenn Nadal Wimbledon gewinnt oder Spaniens Fußball-Nationalelf spielt. Wie gesagt: Der Geist von 1992 ist lange verweht … (SAZ, dpa; Foto: SAZ)

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