Im Auto vergessen – Hintergründe zum Tod der kleinen María

Erste Untersuchungen haben ergeben, dass die Kleine bereits um neun Uhr morgens mit Fieber erwacht war und im Auto schlief, als sie mit ihrem Vater unterwegs war. Der Rechtsanwalt hatte einen anstrengenden Arbeitstag vor sich und war mit seinem Kopf offenbar ganz woanders, sodass er sein Kind schlicht und einfach vergessen hatte. Er parkte seinen Wagen in einer belebten Strasse und begab sich in seine Kanzlei. Die Tatsache, dass sein Fahrzeug über getönte Scheiben verfügt, verhinderte allerdings, dass Passanten auf die Anwesenheit des Mädchens im Wagen aufmerksam wurden.

Sechs Stunden später rief die Mutter im Kindergarten an, um sich über den gesundheitlichen Zustand der kleinen María zu erkundigen. Als sie erfuhr, dass ihr Kind dort nicht abgeliefert worden war, schlug sie Alarm und benachrichtigte ihren Mann. Er fand sein Kind in einem apatischen Zustand im Auto vor und brachte es umgehend zum Notarzt. Gegen 16 Uhr kam María in die Notaufnahme, bewuβtlos, mit blau angelaufenen Lippen, die auf eine Unterversorgung mit Sauerstoff schlieβen lassen, und hohem Fieber. Über eine Stunde lang versuchten die Ärzte, das Kind zu stabilisieren und lieferten es schlieβlich im Krankenhaus von Dénia ein. Aber auch dort konnte dem Mädchen nicht geholfen werden, sodass es in die Klinik von Valencia verlegt werden sollte. Kurz vor der Einlieferung, gegen 23.30 Uhr, verstarb María im Krankenwagen.

Die Menschen in Jávea sind erschüttert. Bei den Eltern des Kindes handelt es sich um eine bekannte und überaus beliebte Familie. Die gesamte Gemeinde steht hinter ihnen, niemand hätte den Eltern dieses Leid gewünscht. Mittlerweile hat die Stadtverwaltung dem Ehepaar eine Psychologin zugewiesen. Der Sprecher der Familie erklärte, die Eheleute seien “vorbildliche Eltern”, die nun nach dem Tod ihres Kindes am Boden zerstört seien.

Der Richter hat jetzt Untersuchungen eingeleitet, wonach gegen den Vater wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird.