Hohe Temperaturen treiben spanische Touristen gen Norden

Für nicht wenige Einheimische hingegen sind die hohen Temperaturen Grund genug, das Land, trotz anhaltender Wirtschaftskrise, für einige Zeit in Richtung Norden zu verlassen.

Kaum verwunderlich. Denn bereits jetzt, Mitte Juni, steigt das Quecksilber in Sevilla und weiten Teilen Andalusiens täglich konstant in Bereiche zwischen 30 und 40 Grad Celsius. In Madrid und Valencia liegen die Temperaturen zwar noch ein wenig darunter, Meteorologen sagen aber voraus, dass auch in diesen Städten und Regionen in den nächsten zwei bis drei Wochen täglich Temperaturen wie aktuell in Sevilla erreicht werden sollen. Gemäßigtes Wetter findet man auf der iberischen Halbinsel derzeit nur im äußersten Norden. Beispielsweise in Bilbao und A Coruña mit etwa 20 Grad Celsius und gelegentlichen Niederschlägen.

Viele Einheimische flüchten sich daher aktuell wieder in die Mitte und den Norden Europas. Vor allem Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich und, trotz der hohen Preise auch Skandinavien, stehen bei den spanischen Urlaubern derzeit hoch im Kurs. Egal ob im Schloss Neuschwanstein in Bayern, auf dem Wiener Naschmarkt, in der Züricher Bahnhofstraße, am Fuße des Eiffelturms in Paris oder auch auf Minikreuzfahrt nach Oslo – spanische Touristen sind in Europa während der heißen Sommermonate in ganz Europa wieder vermehrt anzutreffen. Und das trotz der wirtschaftlichen Krisensituation in Spanien.

Doch so paradox es klingen mag, profitieren nicht wenige spanische Urlauber von der anhaltenden Wirtschaftskrise im Land, wenn es ums Verreisen geht. Denn aufgrund dieser besteht grundsätzlich eine geringere Nachfrage nach Reisen. In der Folge senken die Reiseanbieter die Preise und dem spanischen Sommer mit seinen glühend heißen Temperaturen und vielen Wochen ohne einen Tropfen Regen kann für bisweilen deutlich weniger Geld der Rücken gekehrt werden als gewöhnlich.