Hochtief sauer: “Florentino hätte uns informieren müssen”

Lütkestratkötter warf den Spaniern mangelnde Absprache im Vorfeld des Angebots vor. Diplomatisch sagte er: "Ich kann mir keine wirkliche Notlage vorstellen, die mich davon abhalten würde, meinen Partner vor Überraschungen zu schützen."

Mit anderen Worten: Er ist stinkesauer. ACS-Manager Angel Garcia Altozano habe sich jedoch damit entschuldigt, dass es ein Informationsleck gegeben habe, so dass das Unternehmen zu einem schnellerem Handeln gezwungen gewesen sei als ursprünglich vorgesehen.

Zu einer möglichen Abwehrstrategie machte das Unternehmen dagegen keine konkreten Angaben. "Wir analysieren alle Optionen. Es gibt noch keine Spontan-Reaktion bei Hochtief", sagte Lütkestratkötter.

Der Konzernchef kündigte eine detaillierte Prüfung des Angebots von ACS an, sobald dieses eingegangen sei. Bislang gebe es nur eine Ankündigung. Derzeit würden alle Möglichkeiten durchgearbeitet. "Wir sind seit gestern in einer neuen Situation", sagte er.

Der spanische Baukonzern, der unter Kontrolle von Real Madrids Präsident Florentino Pérez (Bild) steht, hatte am Donnerstag überraschend eine Offerte zur Übernahme eines Mehrheitsanteils von Hochtief angekündigt. Mit der Vorlage des offiziellen Angebots sei jedoch erst Anfang November zu rechnen, sagte eine ACS-Sprecherin am Freitag.

Der Abschluss des Verfahrens werde dann noch in diesem Jahr erwartet. Eine weitere Aufstockung des Angebots sei nicht geplant, so die Sprecherin. (SAZ, dpa; Foto: Wikipedia)

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