Nach den üblen Beschimpfungen gegen Lewis Hamilton bei den Testfahrten im katalanischen Montmeló hat Englands Sportminister Gerry Sutcliffe offiziell bei der spanischen Regierung protestiert.

Der Minister: „Ich war schockiert über die Bilder. Wie können Menschen, die so gekleidet sind, ins Stadion gelassen werden?“ Eine Gruppe von Männern hatte sich die Gesichter schwarz angemalt und trug T-Shirts mit der Aufschrift „Hamiltions Family“. Andere sangen beleidigende Sprechchöre – darunter fielen Wörter wie „Schwarze Hure“ und „Scheiß Schwarze“.

Auch die Presse – selbst die spanische – fragt laut, ob Spanien genug gegen Rassismus tut. Denn dass Sportler schwarzer Hautfarbe in Spanien beschimpft werden, ist nicht neu, Fußballer erleben dies praktisch an jedem Wochenende.  Der spanische Fußballverband war bereits 2004 zu einer Zahlung von rund 70.000 Euro verurteilt worden, nachdem die englischen Nationalkicker Ashley Cole und Shaun Wright-Phillips während eines Freundschaftsspiels in Spanien als „Affen“ beschimpft worden waren.

Hill: Notalls muss man Spanien aus der Formel 1 werfen – Hamilton: „Ich mag Spanien“

Nun ist Spaniens Teilnahme an der Formel 1 ernsthaft in Gefahr. Damon Hill, 1996 Weltmeister der Formel 1, plädiert für eine harte Bestrafung: „Es wird Zeit, dass alle aus ihren Höhlen kriechen und ein wenig Zivilisiertheit zeigen. Wenn nötig, muss man Spanien aus der Formel 1 ausschließen. Rassismus ist ekelhaft, das müssen alle lernen.“ So könnte das Rennen in Montmeló im April abgesagt werden, die englische Zeitung Daily Mail sieht sogar den neuen Grand Prix in Valencia im August in Gefahr. Der Rennverband FIA drohte bereits eine Überprüfung der Vorfälle an.

Hamilton selbst zeigte sich moderat. Sein Statement: „Es macht mich traurig. Ich mag Spanien und seine Leute, besonders mag ich Barcelona und diese Rennstrecke. Sie gehört zu meinen drei Lieblingsstrecken.“

Die Verantwortlichen der Rennstrecke des „Circuito de Cataluña“ haben sich offiziell von den Beleidigungen distanziert und klar gestellt, dass weitere Ausfälle „nicht geduldet“ würden. Rassistische, politische und religiöse Fanatiker hätten in der Formel 1 nichts zu suchen. Hamilton und sein Team McLaren-Mercedes wurden um Entschuldigung gebeten.