Halt die Klappe, Hugo: Jetzt gibt’s Hiebe in Madrid

Den Anfang machte der Generalsekretär der Volkspartei PP, Angel Acebes. Er bezeichnete die Ausfälle von Chávez (Bild) als „extrem schwerwiegend“, vor allem die Anspielung des Venezuelaners, der spanische König könnte etwas mit dem Staatsstreich gegen ihn im Jahre 2002 zu tun haben. Acebes forderte von der sozialistischen Regierung Spaniens, den venezuelanischen Botschafter einzubestellen, um gegen diese „Beleidigung energisch zu protestieren“.

Die Sozialisten lehnen dies ab – vielleicht auch als Retourkutsche wegen der Vorwürfe an ihren Außenminister Miguel Moratinos. Der, so Acebes, bekomme nun die Rechnung für seine indiskutable Außenpolitik. Acebes: „Wir werden jetzt von denen beleidigt, die wir in den vergangenen drei Jahren umworben haben.“ Die Außenpolitik der Sozialisten sei ein einziger Fehlschlag.

PSOE: Aznar hat Waffen an Chávez verkauft

Die Sozialisten ließen dies nicht auf sich sitzen. So habe sich der frühere Regierungschef José María Aznar während seiner Amtszeit genau 14 Mal mit Hugo Chávez getroffen. „Damals sagte er uns, Spanien stehe es nicht zu, anderen Staaten Lektionen in Demokratie zu geben“, so die PSOE. Außerdem habe Aznar Waffen an Chávez verkauft. Nach der Wahl Aznars im Jahr 2000 habe die PP noch von einer „sehr guten, brüderlichen und solidarischen Beziehung“ zwischen Chávez und Aznar geschwärmt.

Diese Beziehung scheint derzeit ein wenig abgekühlt. Am Wochenende war es wegen Aznar zu heftigen Streitereien zwischen dem spanischen König Juan Carlos sowie Chávez gekommen. Chávez hatte beim Treffen der lateinamerikanischen Staaten, Spaniens und Portugals in Chile den früheren spanischen Regierungschef Aznar mehrfach einen „Faschisten“ genannt.  Der sonst so besonnene und ausgeglichene spanische König forderte schließlich Chávez auf, den Mund zu halten. „Porqué no te callas?“ – „Warum hältst du nicht einfach die Klappe?“ rief er ihm zu. Die Zeitung „El Mundo“ kommentierte: „Das war überfällig.“

Spaniens Regierungschef José Luis Zapatero hatte Chávez zuvor darauf hingewiesen, dass seine abfälligen Bemerkungen über Aznar nicht diplomatischen Gepflogenheiten entsprechen. Als Chávez Widerworte geben wollte, fuhr der Monarch dazwischen. Chávez beschwerte sich später, der spanische König führe sich wie ein Kolonialherr auf, man sei nicht mehr im 17. oder 18. Jahrhundert, und habe ihm nicht den Mund zu verbieten.

Dass sein Ausfall die Beziehungen zu Spanien verschlechtern könnte, glaubt Chávez nicht. Schließlich, so sagte er, habe er nicht die spanische Regierung beleidigt, sondern nur einen ehemaligen Präsidenten. Und Chávez legte nach: Er könne sich gut vorstellen, sagte er nach dem Gipfel, dass der Monarch auch vom Staatsstreich gegen ihn im Jahre 2002 gewusst habe.