München (ots) –

Ein Viertel der Unfälle in Deutschland ereignet sich außerorts auf Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen. Mehr als 28 Prozent der Unfälle entstehen hier beim Abbiegen oder Kreuzen. Allein 2019 wurden dabei 340 Personen tödlich und 7.141 Verkehrsteilnehmende schwer verletzt. Um Verbesserungspotenziale aufzuzeigen und die Unfallfolgen zu reduzieren hat sich der ADAC in den Nachbarländern umgeschaut und gemeinsam mit der Unfallforschung des ÖAMTC und der AXA Schweiz die Ursachen solcher Unfälle untersucht.

Die Unfalltypen unterscheiden sich in den drei Ländern: So finden in Deutschland am häufigsten Kollisionen beim Linksabbiegen mit dem Gegenverkehr statt. In der Schweiz dagegen kollidiert derjenige, der nach links auf die übergeordnete Straße einbiegen möchte, am öftesten mit einem vorfahrtsberechtigten Fahrzeug auf der Fahrerseite. Und in Österreich steht der Kreuzende am häufigsten im Konflikt mit dem Querverkehr beider Fahrtrichtungen. Die gemeinsame ADAC Studie zeigt, dass es demnach keine einheitliche, länderübergreifende Lösung für die Unfallproblematik gibt. Abhilfe muss durch gezielte Analysen und Maßnahmen geschaffen werden.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Besonders junge und ältere Fahrer haben ein erhöhtes Risiko, Unfälle beim Abbiegen oder Kreuzen zu verursachen. Die ADAC Autotests bestätigen, dass die Sicht nach links stets schlecht ist. Gerade für unsichere Fahrer ist eine ausreichende Rundum-Sicht der Pkw wichtig. Hier sind die Hersteller in der Pflicht nachzubessern, um Unfälle zu reduzieren.

Auch die Fahrzeugtechnik bietet Möglichkeiten, um die Verkehrssicherheit an Kreuzungen zu erhöhen: Kreuzungsassistenten mit einem großen Öffnungswinkel der Sensorik könnten viele Unfälle verhindern. Obwohl erste Serienlösungen bereits im Rahmen des Verbraucherschutzprogramms Euro NCAP genauer unter die Lupe genommen werden, wird es wohl noch dauern bis ausreichend Pkw mit dieser Technologie ausgestattet sind. Bis dahin könnten Kreuzungen durch bauliche Maßnahmen sicherer gemacht werden: Ausreichend Sicht auf die Kreuzung und die kreuzenden Verkehrsteilnehmenden, Errichten von Kreisverkehren oder Verkehrsinseln und Aufstellen von Ampeln oder Stoppschildern.

Unfälle lassen sich dadurch zwar oftmals nicht aktiv verhindern. Zusammen mit regelkonformem Fahrverhalten können die Maßnahmen jedoch zu einer erhöhten Sicherheit beitragen. So sollten alle Verkehrsteilnehmenden darauf achten, ihre Fahrweise den jeweiligen Kreuzungen anzupassen. Zudem empfiehlt der ADAC, beim Fahrzeugkauf auf ausreichende Rundum-Sicht in jeder Sitzposition zu achten, um tote Winkel zu vermeiden.

Weitere Informationen zur Studie gibt es auf adac.de.

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