Großanschlag – ETA plante Chaos im Herzen von Madrid

Sie waren nicht nur an dem Anschlag vom 30. Dezember am Terminal 4 auf dem Madrider Flughafen beteiligt, bei dem zwei Menschen getötet worden sind. Sie wollten demnächst auch ein riesiges Einkaufs- und Bürozentrum im Stadtzentrum von Madrid in die Luft jagen.

Ziel: Azca, zwischen Torre Picasso und Fuβballstadion Santiago Bernabeu

In “Azca”, an der Hauptader Paseo de la Castellana, sollte mit einem Terroranschlag in der Tiefgarage für das totale Chaos in Madrid gesorgt werden. Besonders fatal: Unter anderem befindet sich dort einer der höchsten Bürotürme der Stadt, die Torre Picasso, in dem auch spanische Groβbanken wie die BBVA und weitere namhafte Firmen ihren Sitz haben. Gegenüber befindet sich das Santiago Bernabeu-Stadion, das Fuβballstadion von Real Madrid. Bei einem Anschlag wäre die Stadt regelrecht zusammengebrochen. Tausende Menschen arbeiten in den umliegenden Bürozentren, schoppen in den Geschäften und sind auf der achtspurigen Castellana unterwegs. Selbst bei einer Ankündigung wäre eine Evakuierung sehr kompliziert gewesen.

Wer hätte es gedacht – die beiden “Kuriere” sind absolute Topterroristen

Die Beamten waren regelrecht verdattert, als Igor Portu und Martín Sarasola am Sonntag im nordspanischen Mondragón gesprächig wurden und gestanden, dass sie nicht nur für den Anschlag am Terminal 4 in Barajas verantwortlich, sondern auch für einen geplanten Groβanschlag in der spanischen Hauptstadt vorbereitet waren. Eigentlich hatte man sie für einfache Kuriere gehalten. Aber einer im Bunde fehlt noch: Das “Kommando T4” hatte einen weiteren Mittäter, der auch in Azca zum Einsatz kommen sollte. Die spanische Polizei sucht nun fieberhaft nach dem dritten Mann.

Dank der Festnahme konnten auch über 150 Kilogramm Sprengstoff aufgedeckt werden, die in zwei Waffenverstecken im baskischen Sabiñanigo lagerten und wohl für die Sprengung des Einkaufs- und Bürozentrums gedacht waren.

Der Fahndungserfolg ist für die Regierung und José Luis Rodríguez Zapatero sehr wichtig. Immerhin wäre ein Terroranschlag von diesen Ausmaβen fatal für die Parlamentswahlen am 9. März. ETA hatte bereits mit dem Anschlag am 30. Dezember 2006 am Madrider Flughafen gezeigt, dass ihr der Dialog mit der Regierung nichts wert war. Die Terrororganisation stand damals angeblich zu den Friedensverhandlungen und richtete im gleichen Moment ein weiteres Blutbad an.

Zapatero hat jetzt wiederholt vor der Presse unterstrichen, dass er mit aller Macht gegen die Terroristen einschreiten und durchgreifen wird. Ab sofort sind Härte und Entschlossenheit seine neuen Mittel, ETA zu bekämpfen. Damit sollen auch die Hauptargumente und Vorwürfe der Opposition entkräftet werden, Dialog und “sanfte Worte” seien im Umgang mit Terroristen nicht geeignet.