Montvale (NJ)/ Zürich (ots) –

Entgegen aller Erwartungen lässt das Tempo der weltweiten wirtschaftlichen Erholung bereits jetzt wieder nach, während die Inflationstendenzen vorerst noch leicht unter den Erwartungen bleiben. Das Vertrauen insbesondere in Westeuropa und Nordamerika sinkt, verharrt aber auf hohem Niveau. Länderübergreifend herrscht eine allgemeine Sorge vor stark steigenden Produktionskosten – der entsprechende Index zeigt einen Höchstwert seit dem ersten Quartal 2019. Das sind die zentralen Resultate des aktuellen Global Economic Conditions Survey, der vom Institute of Management Accountants (IMA) und der Association of Chartered Certified Accountants (ACCA) durch die Befragung von rund 1.000 Accountants und CFOs erstellt wurde.

Die aktuellen Versorgungsengpässe – auch jenseits der durch den Brexit verursachten in Großbritannien – gehören zu den derzeit wohl größten Hürden, mit denen die Wirtschaft Deutschlands und Westeuropas zu kämpfen haben. Von Rohstoffmangel und steigenden Preisen bis hin zur Personalknappheit sorgen die direkten und indirekten COVID-Spätfolgen nach den ersten Boom-Effekten nun für ein gebremstes Wachstum. Das gilt insbesondere für Deutschland, wo die Materialknappheit ganze Branchen vor ernste Herausforderungen stellt – auch und vor allem in der Automobilindustrie. Im Bereich der Halbleitertechnik erschwert die Knappheit nicht nur den einzelnen Anbietern ihre Aktivitäten, sondern bremst die gesamte digitale Transformation.

Stabile Aktivitäts-Indikatoren, Wachstumstreiber Tourismus

Dementsprechend fällt auch das Vertrauen in den Ländern Westeuropas. Die Aktivitäts-Indikatoren blieben im dritten Quartal 2021 weitgehend unverändert. Einer der maßgeblichen Wachstumstreiber ist der Tourismus, der in den entsprechenden Ländern an Fahrt aufnimmt. So stieg etwa die Hotelauslastung in Spanien und Portugal im Juli und August deutlich an. Für dieses Quartal scheint in der Eurozone ein Plus von 2,5 Prozent beim BIP durchaus möglich – was nahe an den Wert des vierten Quartals 2019 heranreicht. Auf der anderen Seite steht eine Gesamtinflation von 3 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit November 2011.

Schwächeres Wachstum, aber sinkender Angst-Index

Generell zeigt der Report im Vergleich zum vorangegangenen Betrachtungszeitraum eine leichte Abschwächung der weltweiten wirtschaftlichen Erholung. Das Vertrauen ist weltweit – allerdings auf hohem Niveau – etwas zurückgegangen. Ursächlich hierfür ist trotz hoher Impfraten in entwickelten Märkten vor allem die Situation in Ländern mit niedriger Impfquote und nach wie vor vielen Infektionen.

Einer der Schlüsselindikatoren, der Global Orders Index, zeigt ebenfalls einen leichten Rückgang – auch hier auf vergleichsweise hohem Niveau nach einer starken Zunahme im zweiten Quartal 2021. Insgesamt zeigt der Blick auf die Bestellungen (Order Index) eine zweigeteilte Entwicklung: Während er in Entwicklungsmärkten leicht steigt, sinkt er in den USA und Westeuropa. Dennoch befindet er sich hier immer noch auf einem höheren Niveau – entsprechend besser sind auch die Aussichten für die entwickelten Märkte.

Die so genannten „Two Fear“-Indizes, die Kunden- und Zulieferer-Verhalten in den Fokus stellen, sind im dritten Quartal 2021 ebenfalls gesunken. Damit zeigt sich im weitesten Sinn ein Weg zurück in die Normalität. Die erste, hektische Aufholphase nach den Beschränkungen der Pandemie scheint abgeschlossen, Chancen und Risiken halten sich fortan in der vor der Pandemie üblichen Balance.

Grüne Transformation

Ein besonderes Gewicht legt der Report auf das Thema „Net Zero“, also die Dekarbonisierung der Prozesse, Produkte und Services mithilfe einer entsprechenden Bepreisung. Hier stehen vor allem die Investitionen in eine grünere Infrastruktur durch Unternehmen und die öffentliche Hand sowie die Lenkungswirkung der CO2-Emissionspreise im Zentrum. Dabei kommt gerade dem öffentlichen Sektor eine besondere Bedeutung zu. Laut Report wird dieser Bereich in der kommenden Dekade Investitionen in Höhe von 0,5 bis 4,5 Prozent des BIP ausmachen. Allein ein weltweiter Mindestpreis könnte das Ziel, spätestens 2050 die Emissionen auf Null zu senken, ein gutes Stück näher rücken – und die Verbraucher dazu anregen, eine besonders bewusste Kaufentscheidung zu treffen.

„Der ökologische Aspekt wird immer wichtiger und wird das Investitionsverhalten zunehmend beeinflussen, wenn nicht dominieren. Die aktuelle Erholungsphase sollte auch dazu genutzt werden, die Transformation zu beschleunigen. Gerade die Finanzabteilung in den Unternehmen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie die digitalen Möglichkeiten gezielt dazu nutzt“, erklärt Bernardin Generalao, Director Regional Partner Relations DACH beim IMA.

Der komplette Report zur Studie findet sich hier (https://www.imanet.org/insights-and-trends/global-economic-conditions-survey?ssopc=1).

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Der Global Economic Conditions Survey (GECS)

Der Global Economic Conditions Survey (GECS) ist die größte regelmäßig wiederkehrende Wirtschaftsumfrage unter Buchhaltern und Controllern weltweit. Sie wird seit mehr als zehn Jahren von den globalen Branchenverbänden ACCA und IMA durchgeführt. Die Kennzahlen und Ergebnisse spiegeln die wirtschaftliche Aktivität und geben wertvolle Einblicke in die Ansichten der Finanzfachleute – von Investitionsverhalten über Beschäftigung bis zu den Kosten. Aufgrund der vierteljährlichen Struktur und des Umfangs der Grundgesamtheit ist GECS ein zuverlässiger Indikator für jedes Unternehmen oder jede sozioökonomische Organisation. Die Daten für die aktuelle Q3/2021-Studie wurden zwischen dem 31. August und dem 15. September 2021 unter 985 Mitgliedern des ACCA und des IMA erhoben, darunter mehr als 100 CFOs. Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.imanet.org/insights-and-trends/global-economic-conditions-survey?ssopc=1

Über IMA® (Institute of Management Accountants)

Das IMA® (Institute of Management Accountants) ist einer der größten internationalen Verbände für Buchhalter und Finanzfachleute. Das IMA® unterstützt Buchhalter, Bilanzbuchhalter, CFOs, Wirtschaftsprüfer und andere Experten im Finanzbereich durch Forschung sowie die international anerkannte Fortbildung zum CMA (https://www.imanet.org/cma-certification?ssopc=1)® (Certified Management Accountant) und das CSCA®-Programm (Certified in Strategy and Competitive Analysis). Gerade die Ausbildung zum CMA gilt als maßgeblicher Faktor für eine Karriere im Bereich Finanzen. Weitere Fortbildungsangebote, ein intensives Networking sowie das strikte Eintreten für ethische Geschäftspraktiken gehören ebenfalls zu seinem Tätigkeitsbereich.

Das IMA verfügt über ein globales Netzwerk mit mehr als 140.000 Mitgliedern in 150 Ländern, davon rund 80.000 CMA-Träger. Vertreten sind hier auch 350 professionelle Chapter. Die Fachmagazine The Accountant/International Accounting Bulletin haben das IMA als Berufsverband der Jahre 2017 und 2018 ausgezeichnet.

Mit Hauptsitz in Montvale/N.J., USA, bietet das IMA in allen globalen Regionen, in denen das Institut aktiv ist (Nord- und Südamerika, Asien/Pazifik, Europa und Naher Osten/Indien) lokal spezifizierte Dienstleistungen an. In Europa hat das IMA derzeit über 3.000 Mitglieder und ist mit eigenen Büros in Amsterdam und Zürich vertreten. (Stand: Oktober 2021)

Weitere Informationen über IMA finden Sie unter www.imanet.org.

Über ACCA (Association of Chartered Certified Accountants)

ACCA (Association of Chartered Certified Accountants) ist die globale Vereinigung professioneller Wirtschaftsprüfer, die erstklassige, geschäftsrelevante Qualifikationen für Personen mit entsprechender Eignung, Fähigkeiten und Ambitionen auf der ganzen Welt anbietet, die eine erfolgreiche Karriere in den Bereichen Buchhaltung, Finanzen und Management anstreben.

Die ACCA unterstützt ihre 233.000 Mitglieder und 536.000 Studenten (einschließlich Tochtergesellschaften) in 178 Ländern und hilft ihnen bei der Entwicklung erfolgreicher Karrieren im Rechnungswesen und in der Wirtschaft mit den von den Arbeitgebern geforderten Qualifikationen. Durch ihren Auftrag im öffentlichen Interesse fördert ACCA eine angemessene Regulierung des Rechnungswesens und führt einschlägige Forschungsarbeiten durch, um sicherzustellen, dass der Ruf und der Einfluss des Rechnungswesens weiter wachsen.

Die ACCA hat wichtige Neuerungen in ihrer zentralen Ausbildung eingeführt, um sicherzustellen, dass ihre Mitglieder und zukünftigen Mitglieder auch weiterhin die weltweit am meisten geschätzten, aktuellsten und gefragtesten Buchhaltungsexperten sind. Seit ihrer Gründung im Jahr 1904 hat die ACCA stets einzigartige Werte vertreten: Chancen, Vielfalt, Innovation, Integrität und Rechenschaftspflicht. Weitere Informationen finden Sie hier: www.accaglobal.com

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