Gewerkschaft motzt: “Zara soll sich benehmen wie H&M”

Die Gewerkschaft Verdi ist verärgert über die Textilkette Zara. Die Firma habe den Betriebsrat der deutschen Tochter nicht darüber informiert, dass die GmbH in eine Firma nach niederländischem Recht umgewandelt wurde. "Wir empfinden das als Vertrauensbruch."

Der Wechsel der Gesellschaftsform sei "sehr bedenklich", weil damit das Mitbestimmungsrecht ausgehebelt werde, sagte die Sprecherin. Zara sei damit nicht mehr verpflichtet, den Aufsichtsrat zur Hälfte mit Arbeitnehmervertretern zu besetzen.

In dem Gremium wird etwa über langfristige Strategien gesprochen. Der "Spiegel" hatte berichtet, der Otto-Konzern sei wegen der Umwandlung der Gesellschaftsform bei Zara ausgestiegen.

Der Zara-Mutterkonzern Inditex teilte dagegen mit, dass der Rückkauf der 22-prozentigen Beteiligung vom Otto-Konzern bereits im Joint-Venture-Vertrag vereinbart worden sei. Eine Kaufsumme nannte das Unternehmen nicht. Otto war seit 1999 strategischer Partner bei Zara.

Die spanische Kette Zara mit 64 Geschäften in Deutschland hat 2.800 Mitarbeiter. Verdi habe bislang den Eindruck gehabt, dass die Geschäftsführung von Zara ein Interesse an vertrauensbildenden Maßnahmen habe, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Dies sei nun nicht mehr der Fall.

Verdi will weiter darauf dringen, dass die Mitarbeiter von Zara einen Tarifvertrag bekommen. Darin werde zum Beispiel geregelt, dass Beschäftigte ihre Einsatzpläne eine Woche und nicht etwa erst einen Tag vorher erhielten, sagte die Sprecherin. Einen solchen Tarifvertrag gebe es etwa beim Konkurrenten von Zara, H&M.

Im Handel arbeiten vier von fünf Beschäftigten Teilzeit. Laut Verdi garantieren viele Unternehmen Teilzeitkräften nur vier Stunden pro Woche und setzen die Mitarbeiter darüber hinaus oft nur sehr kurzfristig ein. (SAZ, AFP; Foto: Wikipedia)

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