Geschichte des “El Gordo” in Sodeto jetzt auch ein Dokumentarfilm

Tippgemeinschaften haben in Spanien Tradition

„El Gordo“ heißt übersetzt „Der Dicke“ und ist eigentlich die geläufige spanische Bezeichnung für den Hauptpreis einer Lotterie. In dem Dorf Sodeto, das 2011 gewann, bekam durch eine Tippgemeinschaft jeder Bewohner 50.000 Euro. Der Film „Cuandoo Toco“ will zeigen, wie sich das Leben im Dorf durch den Gewinn verändert hat. Da ein Einzellos mit 20 Euro vergleichsweise teuer ist, kauft man in Spanien traditionell Zehntel-Beteiligungen, sogenannte „Décimitas“ an einer Losnummer. So bilden Vereine oder Dörfer wie Sodeto häufig Tippgemeinschaften, die der Hauptpreis „El Gordo“ oft gleich um Millionen reicher macht.

„El Gordo“ läutet Weihnachten ein

Nicht umsonst investiert der Spanier im Durchschnitt 70 Euro in diese Lotterie, die jedes Jahr am 22. Dezember live im Fernsehen übertragen wird. Die ersten Ziehung liegt bereits über 200 Jahre zurück, was das traditionelle spanische weihnachtliche Lottofieber erklären könnte. Die Sonderziehung der staatlichen Lotterie heißt dabei streng genommen „Loteria de Navidad“ (Weihnachtslotterie). Sie ist die größte und älteste Ziehung weltweit mit einer Gewinnausschüttung von vermutlich fast 2,3 Milliarden Euro in diesem Jahr. Die Gewinnchance ist dabei mit 1:100.000 sehr hoch. Zum Vergleich: Bei dem deutschen Lottoklassiker 6 aus 49 liegt die Wahrscheinlichkeit für den Hauptgewinn nur bei 1:140.000.000. Aufgrund der spanischen Wirtschaftskrise dürfte der Gewinn in diesem Jahr allerdings für viele deutlich niedriger ausfallen. Für alle Gewinne ab 2.500 Euro ist eine Steuer in Höhe von 20 % an den Staat abzugeben.

Auch Deutsche können teilnehmen

Auch als Deutscher ist es mittlerweile kein Problem mehr, bei der spanischen Weihnachtslotterie „El Gordo“mitzumachen. Dabei darf man sich seine Wunschkombination nicht selbst kreieren, sondern kann eine der fünfstelligen Nummern der für 2013 bereits festgelegten 160 Serien erwerben. Die „Loteria de Navidad“ ist dabei so konzipiert, dass es möglichst viele Gewinner zu Weihnachten gibt. So werden wohl auch immer mehr Europäer außerhalb Spaniens dem „El Gordo“-Fieber verfallen.