Gateway to the world: Wie läuft ein Studium in den USA, New Zealand, Kanada und Australien ab?

Australien steht für das entspannte Leben im multikulturellen Melbourne, Surfen an der Ostküste oder Wandern auf Tasmanien. Mit New Zealand verbindet man imposante Natur, unkomplizierte Gelegenheitsjobs auf Farmen und Sportarten, die jede Menge Adrenalin versprechen. Nordamerika gilt ohnehin nach wie vor als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die USA als die Wiege der Pop-Musik und Kanada als der Inbegriff der Naturschönheiten. Kein Wunder, dass diese Destinationen bei jungen Leuten so hoch im Kurs stehen. Dadurch, dass in allen diesen Ländern Englisch gesprochen wird (und englisch ohnehin als Sprache mit Cooless-Faktor gilt) findet man leicht einen Zugang zu den Leuten, man kommt ins Gespräch, kann sich austauschen und durchfragen. Viele machen erste Erfahrungen in den anglofonen Ländern noch während der Schulzeit, entweder auf Reisen oder als Au-pair, häufig wird die Zeit zwischen Schule und Studium auch für „Work & Travel“ genutzt. Diese Vertrautheit mit den genannten Ländern hat zur Konsequenz, dass auch die Hochschulen in Nordamerika sowie Australien und New Zealand von deutschen Studierenden stark nachgefragt sind. In der Unterrichtssprache Englisch fühlen sich die meisten Studenten wohler als in anderen romanischen Sprachen. Ein Studium in slavischen oder asiatischen Sprachen ist sowieso international kaum nachgefragt, die Unterrichtssprache für Austauschstudierende ist meist Englisch.

Für ein Semester oder ein Jahr nach Übersee 

Wer im Rahmen seines Studiums für ein oder zwei Semester im anglofonen Raum studieren möchte, muss einige grundsätzliche Dinge beachten. Zunächst ist es empfehlenswert, das Studienvorhaben mithilfe des Auslandsamtes der Heimathochschule oder einer Vermittlungsagentur zu planen. Dort kann man sich informieren, welche Partnerhochschulen zur Auswahl stehen, welche Kurse dort für Austauschstudierende zugängig sind, welche Studienleistungen anschließend anerkannt werden können und wie der genaue Bewerbungsablauf ist. Wer ein Studium im Ausland plant, sollte etwa ein Jahr vor der geplanten Ausreise mit den Planungen beginnen. Ausreise ist in der Regel zum Wintersemester für ein Semester oder ein ganzes Jahr. Der Fortgang nur zum Sommersemester ist selten möglich, da die Semesterzeiten international nicht kompatibel sind und die sogenannten „spring terms“ oft schon nach Weihnachten beginnen, wenn man sein Wintersemester in Deutschland noch nicht beenden kann. Die erste Frage, die man sich also stellen muss, ist: Gehe ich für ein Semester oder für ein Jahr? Die Antwort ist dabei ganz klar: Je länger, desto besser. Das sehen nicht nur ehemalige Austauschstudenten so, sondern auch Fachvertreter an den Hochschulen sowie Arbeitgeber. Erfahrungsgemäß braucht man schon ein bis zwei Monate, um sich am neuen Studienort zurechtzufinden und dann ist das erste Semester auch schon fast wieder vorbei, sodass man erst im zweiten Semester richtig von seinem Aufenthalt profitieren kann. Aber natürlich gibt es immer wieder Fälle, die nur einen Semesteraufenthalt möglich machen, oft finanzieller Natur, und dann lautet logischerweise die Devise: Lieber ein Semester Ausland als ganz zu Hause bleiben. Wenn also die Eckpunkte (wann, wie lange, wohin?) geklärt sind, kann es losgehen.

Bewerbung, Beurlaubung, Versicherung, Visum 

Sowohl Hochschulen als auch Agenturen verlangen einen definierten Satz Bewerberunterlagen, in der Regel bestehend aus Bewerberformular mit personenbezogenen Daten und Wunschunis, Lebenslauf, Auflistung der bisherigen Studienleistungen und des geplanten Studienprogramms im Ausland, Nachweis Finanzierung und Versicherung, Empfehlungsschreiben, Motivationsschreiben, Passkopie. Nach der Zuteilung an die Gasthochschule kann die Kurswahl festgelegt werden und mit den Dozenten an der Heimathochschule die Anerkennung vereinbart. In den meisten Fällen kann man während der Zeit des Auslandsstudiums beurlaubt werden, sodass die Semesterzahl nicht fortgeschrieben ist. Über die genauen Formalitäten informiert die Heimathochschule. Mit der Inlandsversicherung ist zu klären, welche Leistungen im Ausland gedeckt sind. Eine Auslandskrankenversicherung muss oft nachgewiesen werden, ist aber ohnehin dringend zu empfehlen, weitere Infomationen über Auslandskrankenschutz finden Sie hier. Das Visumsprozedere ist für die USA etwas aufwendiger, für Kanada, Australien und New Zealand weniger, muss aber dennoch fristgerecht erledigt werden. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, welchen Status man im Ausland hat. In den USA erhält man als Student keine Arbeitserlaubnis. In Kanada, Australien und New Zealand kann man mit bestimmten Visa kleinere Jobs annehmen, meistens mit einer Obergrenze an Stunden und Einkommen. Je nach Aufenthaltstitel darf man auch nach Abschluss des Studiums noch länger oder kürzer im Land bleiben, etwa zum Reisen. Alle diese Fragen sollten schon im Voraus geklärt werden, da es schwierig ist, vom Ausland aus Änderungen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage der Finanzierung.

Stipendien, Kredite, Jobs 

Im Vorfeld muss auch ein realistisches Bild der Kosten erstellt werden. Eventuell anfallende Studien- oder Kursgebühren, Flug, Unterkunft und Verpflegung und auch ein Budget für Reisen müssen in eine Kostenaufstellung einfließen. Das Studium im Ausland wird im Großteil so finanziert, wie das Studium im Inland auch, nämlich durch Erspartes, Zuschüsse der Eltern oder Stipendien. In der Regel bieten Hochschulen diverse Stipendien an und informieren auch darüber. BAföG-Empfänger können die Leistungen in der Regel auch im Ausland beziehen, auch ein Kredit kann eine Option darstellen. Ob man im Ausland arbeiten darf, ist abhängig von Land und Visum. In jedem Fall ist festzuhalten: Ein Studium im Ausland kostet zwar Geld, zahlt sich aber aus!

 

Hilfreiche Links zu diesem Artikel:

http://www.studieren-in-kanada.com/

http://www.studying-in-us.org/

http://www.studying-in-australia.org/

http://www.education-newzealand.org/