Gaddafi in Madrid mit allen Ehren empfangen

König Juan Carlos und Königin Sofia begrüßten Gaddafi im Pardo-Palast, der außerhalb der Hauptstadt gelegenen Residenz für ausländische Staatsgäste. In den Gärten des Palasts wurde für Gaddafi und seinen Tross ein großes Beduinenzelt aufgeschlagen. Verteidigungsminister José Antonio Alonso hatte den Staatsgast zuvor auf dem Madrider Flughafen begrüßt. Für den Abend war eine Unterredung mit dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero und anschließend ein Abendessen vorgesehen.

Am Dienstag wollte Gaddafi mit führenden spanischen Wirtschaftsvertretern zusammentreffen. Nach Frankreich ist Spanien das zweite europäische Land, das den Revolutionsführer des lange Zeit international isolierten nordafrikanischen Landes mit allen Ehren empfängt. Gaddafi galt jahrelang als Terrorismus-Pate. Seit er sich zum Anti-Terrorkampf bekannte und einem umstrittenen Atomprogramm eine Absage erteilte, bemüht er sich intensiv um eine Normalisierung der Beziehungen zu Europa.

In Paris schloss Gaddafi vergangene Woche Handelsabkommen über mehrere Milliarden Euro, darunter über den Kauf von 21 Airbus-Maschinen. Beide Seiten vereinbarten auch, beim Ausbau der zivilen Nutzung der Atomenergie zusammenzuarbeiten. Libyen erwägt außerdem den Kauf von Kampfjets, Armeehubschraubern und militärischer Ausrüstung aus Frankreich. Während der Gaddafi-Besuch in Frankreich eine heftige Debatte um anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Libyen auslöste, gab es in Spanien bislang nur verhaltene Kritik.