In einem Bunker im ewigen Eis von Spitzbergen haben Wissenschaftler eine riesige Vorratskammer angelegt, die Pflanzen vor dem Aussterben oder der Vernichtung retten sollen. 

Gestern wurde die moderne "Arche Noah" feierlich eröffnet. Bei einem Atomkrieg, bei Naturkatastrophen oder Epidemien könnten viele Pflanzen, die als Nahrungsgrundlage dienen, weltweit vernichtet werden. 

Deshalb hat der amerikanische Wissenschaftler Cary Fowler das Projekt ins Leben gerufen und die weltweit größte Samenbank für Kulturpflanzen erbaut. Fowler selbst nennt seine Genbank "Tresor des Jüngsten Gerichts". In Hinblick auf ihren Zweck wird sie auch gern als moderne "Arche Noah" bezeichnet. 

Bei minus 18 Grad sollen 1,5 Millionen Pflanzensamen aus aller Welt 1.000 Kilometer vom Nordpol entfernt für den Ernstfall aufbewahrt werden. Der Permafrostboden würde die Proben sogar dann noch ausreichend konservieren, wenn sämtliche Kühlsysteme ausfallen würden. 

Dass das Projekt Sinn macht, zeigt sich zum Beispiel darin, dass allein in Asien 70.000 Reissorten in den vergangenen Jahren einfach verschwunden sind. Mit einer "Kopie" auf Spitzbergen können in Zukunft viele Arten gerettet werden.