Flugkatastrophe: Zwei Überlebende im Todeskampf

Wie die Gesundheitsbehörde der spanischen Hauptstadt am Samstag mitteilte, befinden sie sich in "sehr ernstem Zustand". 

In eine¨m "äußerst kritischen Zustand" befände sich demnach eine 31-jährige Frau, deren Haut bei dem Absturz am Mittwoch zu mehr als zwei Dritteln Verbrennungen erlitt, teilte die Madrider Gesundheitsbehörde mit. 

Über den zweiten Patienten wurden keine zunächst keine Angaben gemacht. Von den weiteren Überlebenden des Unglücks befanden sich demnach zwei in einem "ernsten" Zustand, während sich der Gesundheitszustand zweier weiterer Schwerverletzter stabilisiert hatte.

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Gab es einen sechsten deutschen Passagier an Bord?

Derweil ging das Auswärtige Amt in Berlin nach Angaben eines Sprechers Hinweisen nach einem sechsten deutschen Passagier an Bord der Spanair-Maschine nach. 

Die "Bild"-Zeitung berichtete in ihrer Samstagsausgabe unter Berufung auf den Jahresbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), mit deutschen Flugzeugen habe es im vergangenen Jahr mehr als 45 schwere Zwischenfälle im In- und Ausland gegeben.

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Bei dem Flugzeugunglück waren mindestens 153 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind mehrere Deutsche, darunter eine vierköpfige Familie aus Bayern. 

Das Auswärtige Amt bestätigte am Freitag spanische Regierungsangaben, wonach mindestens ein weiterer deutscher Passagier in dem Flugzeug saß. 

Mutter ließ zuerst ihre Tochter retten – und überlebte den Absturz nicht

Die ersten Todesopfer wurden inzwischen beigesetzt, unter ihnen auch die Spanierin Amalia Filloy, die nach Medienberichten einen Retter an der Unglücksstelle noch im Sterben angefleht hatte, er solle zuerst ihre Tochter retten.

Ihre 11-jährige Tochter María und ihr Mann konnten geborgen werden und überlebten. Amalia Filloy wurde gemeinsam mit ihrer älteren Tochter in der ostspanischen Stadt La Fregeneda beerdigt. 

Risiko Flugzeug: 46 "schwere Störungen" im vergangenen Jahr

Laut "Bild" gab es im vergangenen Jahr 46 "Ereignisse", die von der BFU als "schwere Störung" eingestuft wurden. Dabei handelte es sich um Ereignisse, deren Umstände darauf hindeuteten, "dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte". 

Dem Bericht zufolge waren darunter 13 "gefährliche Annäherungen" in der Luft und acht Ausfälle von Besatzungsmitgliedern im Cockpit wegen "gesundheitlicher Beeinträchtigung", etwa Ohnmacht. 

Weiterhin wurden sieben systembedingte Ausfälle und sieben Beinah-Zusammenstöße auf der Start- oder Landebahn verzeichnet.

Zudem gab es demnach vier Alarm-Meldungen aufgrund von Rauch, eines Brandes oder einer Explosion im Flug und Fälle von Abkommen oder Zuweitkommen auf der Start- oder Landebahn, sowie eine Triebwerksstörung. Im Vorjahr hatte es dem Bericht zufolge 40 Zwischenfälle gegeben. 

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