Flughafen Wien: Kunst, Kultur – und Antonín Dvo?áks 12. Streichquartett!

Ein Ersatztermin werde in Absprache mit Claptons Management gesucht, so die Organisatoren der Wiener Stadthalle. Der Gitarrist und Sänger tourt mit seinem aktuellen Programm seit März. Natürlich ist Wien aber dennoch eine Reise wert – der Flughafen Wien gilt dabei als Tor zur ehemals kaiserlich-königlichen Prunkmetropole mit seinen vielen Kunst-Highlights.

Dass es im Flugbetrieb selbst künstlerisch ambitioniert zugehen kann, zeigte jetzt ein Quartett des Philadelphia Orchestra, das in Peking ein spontanes Konzert gegeben hat – in einem voll besetzten Flugzeug. Die Musiker saßen nach Angaben des Orchesters vom Samstag drei Stunden in der Maschine fest, die sie als Teil einer Konzerttour eigentlich nach Macau bringen sollte. Als ihnen die Warterei zu bunt wurde, griffen vier Streicher zu ihren Instrumenten und spielten mit eingezogenen Köpfen und angewinkelten Armen vor den begeisterten Passagieren.

Ein von der Orchesterleitung veröffentlichtes Video zeigt die vier, wie sie Antonín Dvo?áks 12. Streichquartett spielen, passenderweise «Das Amerikanische» genannt. Die Passagiere sind erst völlig still, auch wenn Videokameras und Fotoapparate das enge Flugzeug füllen. Nach dem fünfminütigen Stück bricht das Publikum in Jubel aus. Für die Philadelphier war es eine Rückkehr nach 40 Jahren: 1973 hatten sie eine weltweit beachtete Tour als erstes westliches Orchester seit Jahrzehnten unternommen, um die neuen Beziehungen zwischen den USA und China zu untermauern.

Gute News auch von der Lufthansa: Die Airline hat im Mai ihre Flugzeuge besser ausgelastet als ein Jahr zuvor. 78,2 Prozent (plus 0,4 Punkte) der Passagierplätze und 67 Prozent (plus 0,3 Punkte) des angebotenen Frachtraums konnten an die Kunden gebracht werden, wie der Luftverkehrskonzern am Dienstag in Frankfurt berichtete. Allerdings fielen die Durchschnittserlöse pro Ticket bei 9,4 Millionen (plus 0,8 Prozent) Passagieren leicht. Dies sei insbesondere auf die vielen Feiertage, den höheren Economy-Anteil und die dauerhaft niedrigen Preise auf den Asien-Verbindungen zurückzuführen. Die Kernmarke Lufthansa und die Tochter Swiss weiteten ihr Angebot mit Schwerpunkt Nordamerika kräftig um mehr als 4 Prozent aus, während die Austrian Airlines ihren Flugplan weiter zusammenstrich.

Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr dank sparsamer und besser ausgelasteter Jets ihren Treibstoffverbrauch außerdem erheblich gesenkt. Trotz einer um 0,2 Prozent gestiegenen Transportleistung haben die Konzern-Fluggesellschaften knapp 145 000 Tonnen oder 1,6 Prozent weniger Kerosin verbraucht als im Vorjahr, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichen Nachhaltigkeitsbericht hervorgeht. Damit seien rund 455 000 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen worden. Pro Passagier seien auf 100 Kilometern nur noch 4,06 Liter und damit 3 Prozent weniger als im Vorjahr verbraucht worden.