Die Frage ist jetzt nur noch, ob sich die Lotsen daran halten. Der Schiedsspruch des Schlichters Manuel Pimentel sieht vor, dass die spanischen Lotsen künftig kürzere Dienstzeiten, aber auch geringere Gehälter bekommen werden.

"Die Fluglotsen in Spanien arbeiten bislang mehr als ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern, aber sie verdienen auch erheblich mehr", sagte der Schlichter. Nach dem neuen Tarifabkommen sollen die Dienstzeiten von derzeit 1.711 Stunden im Jahr bis 2013 auf 1.595 verkürzt werden.

Die Jahresgehälter sollten im Normalfall 200.000 Euro betragen. Bisher waren die Lotsen durch Überstundenregelungen zum Teil auf über 300.000 Euro im Jahr gekommen.

Die Lotsen hatten Anfang Dezember 2010 mit einem wilden Streik den Luftverkehr in ganz Spanien für rund 20 Stunden lahmgelegt und auch den Flugbetrieb in anderen Teilen Europas stark beeinträchtigt. Der Ausstand betraf fast 700.000 Passagiere und verursachte Einbußen, die auf mehrere Hundert Millionen Euro geschätzt werden.

Um dem Protest ein Ende zu bereiten, hatte die Regierung erstmals in der jüngeren Geschichte des Landes den Alarmzustand verhängt und die Fluglotsen dem Militär unterstellt. Gegen die Teilnehmer des Streiks sind noch mehrere Gerichtsverfahren anhängig. (SAZ, dpa; Foto: Flickr)